Tatsächlich hat der prozentuale Anteil im Vergleich zur letzten Prognose nicht zugenommen. In Anbetracht der Tatsache, dass das Lebensmittelmarktvolumen ordentlich zulegen konnte, konnte auch online zusätzliches Volumen generiert werden. Für das zuletzt starke Wachstum des Lebensmitteleinzelhandels spielten vor allem zwei Faktoren eine wichtige Rolle: Zum einen forderte die Pandemie-Politik mehr Konsumenten dazu auf, selbst ihr Essen zuzubereiten, zum anderen steigt das Qualitätsbewusstsein von Kunden stetig an, was dazu führt, dass sie höherwertigere und damit häufig teurere Produkte auswählen. Die Vorhersagen des IFH Köln gehen davon aus, dass beide Faktoren einem wachsenden Onlinelebensmitteleinzelhandel in die Karten spielen. Bis 2023 glauben die Macher der Studie, dass noch ein ordentlicher coronabedingter Schub seine Wirkung zeigen wird, ab dann wäre mit einem Abflachen der Wachstumskurve zu rechnen. Insgesamt glaubt das IFH Köln, dass bis 2030 ein Online-Marktanteil von ca. acht Prozent möglich ist.
Momentan erreicht Rewe den höchsten Anteil der Bevölkerung mit seinem Online-Angebot. Besonders viel Dynamik findet momentan bei den Quick-Commerce Anbietern wie Gorillas oder Flink statt. Beide können gerade ca. sechs bis acht Prozent der Bevölkerung beliefern. Die Abdeckung ist insgesamt jedoch noch sehr dünn und stark von der Region geprägt. Momentan bilden nur zehn Anbieter ein „Vollsortiment“ ab, können also alle Lebensmittelwarengruppen inkl. Frische anbieten. Die meisten Konsumenten haben darüber hinaus kaum Auswahl zwischen verschiedenen Anbietern. Lediglich 24 Prozent der Bevölkerung können zwischen mindestens zwei verschiedenen Onlineshops auswählen, die ein Vollsortiment abbilden.
