Gerade im Gartensegment, das traditionell eine zentrale Umsatzsäule im ersten Halbjahr darstellt, ist die saisonale Relevanz hoch: Rund die Hälfte des Jahresumsatzes generieren Fachgartencenter in dieser Periode. Beim börsennotierten Hornbach-Konzern lag der flächenbereinigte Zuwachs der deutschen Bau- und Gartenmärkte im Zeitraum März bis Mai bei 3,4 Prozent – ein solides Ergebnis nach einem eher verhaltenen ersten Quartal.
Auch andere große Marktakteure bestätigen einen gewissen Aufwärtstrend. Hagebau berichtet seit April von einer deutlich spürbaren Belebung des Einzelhandelsgeschäfts. In den Monaten April und Mai habe man innerhalb der Kooperation flächenbereinigte Umsatzgewinne verzeichnen können. Toom, die Baumarktkette der Rewe Group, bezeichnete den Geschäftsverlauf im Frühjahr als „zufriedenstellend“ – insbesondere der Bereich Klima- und Lüftungstechnik habe stark zugelegt. Auch Produkte rund um Pools und Gartenbewässerung waren verstärkt gefragt.
Bauhaus, als Marktführer im Segment, meldet stabile Verkaufszahlen über das gesamte Sortiment hinweg und sieht sich nach eigener Aussage besser als der Branchendurchschnitt positioniert. Bei Obi zeigt man sich mit dem ersten Halbjahr ebenfalls „grundsätzlich zufrieden“. Die positive Entwicklung wurde unter anderem durch die Integration neuer Franchisepartner sowie durch das wachsende Geschäft mit Dienstleistungen und dem Online-Marktplatz gestützt.
Globus Baumarkt hebt vor allem Klimageräte und Heimtiernahrung als Umsatztreiber im Frühjahr hervor. „Wir konnten die Umsätze gegenüber dem Vorjahr steigern und sind insgesamt zufrieden mit der Entwicklung der Frühjahrsmonate“, so Geschäftsführer Timo Huwer. Für das abgeschlossene Geschäftsjahr (Ende: 30. Juni) hatte man aufgrund einer Bereinigung des Online-Sortiments um weniger rentable Artikel zunächst nur mit stagnierenden Umsätzen gerechnet. Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 wird hingegen wieder ein leichtes Wachstum erwartet. Trotz der anhaltenden Konsumzurückhaltung rechnet Huwer mit stabilen Ergebnissen in den kommenden Monaten.
Jahresprognosen bleiben zurückhaltend – Gartenbereich als Wachstumstreiber
Obwohl viele Unternehmen derzeit mit vorsichtigem Optimismus in die zweite Jahreshälfte blicken, bleibt der Gesamtjahresausblick verhalten. Toom äußert sich „zuversichtlich“ für die kommenden Monate, während bei Hagebau die Einschätzung „vorsichtig optimistisch“ ausfällt. Das ursprünglich angepeilte Umsatzziel von +2 Prozent im Einzelhandel erscheint angesichts des schwierigen Jahresauftakts allerdings ambitioniert.
Laut einer Einschätzung von Branchenanalyst Klaus Peter Teipel wird der Gartenmarkt im Jahr 2025 zwischen 0,4 und 2,3 Prozent wachsen. Im Vorjahr legte dieser Bereich um 1,3 Prozent auf 19,9 Mrd. Euro zu, während der Gesamtumsatz der deutschen Baumärkte um 1,8 Prozent auf 25,04 Mrd. Euro zurückging. Für das laufende Jahr war ursprünglich ein Wachstum von etwa 1 Prozent prognostiziert – getrieben vor allem durch die gute Entwicklung im Gartensortiment.
Tatsächlich stieg der Umsatz im Bereich Gartenausstattung im ersten Halbjahr um rund 5 Prozent, Gartenmöbel legten um etwa 3 Prozent zu. Gleichzeitig verzeichneten klassische DIY-Sortimente wie Elektrowerkzeuge einen Rückgang von circa 5 Prozent. „Das verbesserte Wetter hat dem Gartenbereich zuletzt spürbar Auftrieb gegeben“, erklärt Peter Abraham, kommissarischer Vorstandssprecher des BHB. Dennoch bleibe Luft nach oben – nicht zuletzt, da die Nachholeffekte aus dem ersten Quartal nicht in allen Bereichen voll zum Tragen kamen.
Das Frühjahr hat den deutschen Baumärkten nach einem schleppenden Jahresbeginn etwas Rückenwind verschafft – vor allem durch die hohe Nachfrage im Garten- und Klimasegment. Für das Gesamtjahr bleibt die Branche jedoch vorsichtig in ihren Erwartungen, zumal die Konjunkturlage und Konsumzurückhaltung weiterhin dämpfend wirken. Die Mehrheit der Marktakteure setzt auf eine stabile zweite Jahreshälfte, ohne dabei von großen Wachstumssprüngen auszugehen.
