Unterschiede der LEH-Systeme spitzen sich zu

7. Januar 2022 - Im Großen und Ganzen gibt es in der Welt des Lebensmitteleinzelhandels Discounter und Vollsortimenter. Verschiedene Händler verpflichten sich dabei in der Regel eines der beiden Systeme. Mischkonzepte sind zwar denkbar und werden mehr oder weniger stark auch umgesetzt, generell erfasst die Differenz jedoch die beiden Archetypen des Lebensmitteleinzelhandels.

Quelle: nrd/unsplash.com

Während der Corona-Pandemie profitieren zunächst die Vollsortimenter überproportional. Es entstand ein Trend hin zum sog. One-Stop-Shopping. Das bedeutet, dass Kunden möglichst verschiedene Einkaufsstätten meiden wollten, um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren. Entsprechend achteten mehr und mehr Kunden darauf, ihre Einkäufe dort zu erledigen, wo sie alles bekommen, was sie benötigen. Es ist selbsterklärend, dass das umfassende Sortiment der Vollsortimenter hier eine besondere Anziehung auf die Kunden ausgeübt hat.

Zwar hat sich an dem neuen Einkaufstrend noch nichts fundamental verändert, dennoch wittern die Discounter ihre Chance Kunden zurückzugewinnen. Aufgrund der außerordentlichen wirtschaftlichen Interventionen des Staates in den letzten zwei Jahren, steigt die Inflation wieder – und zwar gehörig. Wird das Geld in der Folge knapper, bzw. wertloser, wird der günstige Discounter unter Umständen wieder schnell in der Gunst der Konsumenten steigen.

Ob das alles so kommen wird, steht noch in den Sternen. Klar ist nur: Klassischerweise liefern sich Discount und Vollsortimenter einen aggressiven Wettbewerb. Das gilt zwar grundsätzlich überall, aber ganz besonders in Deutschland, denn das Heimatland des Discount-Systems verfügt über den wahrscheinlich härtesten Wettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel.