Erst seit Herbst ist Landeschef Adam Miszczyszyn im Amt und schon hat er sich wieder aus dem Land zurückgezogen. Die Konzernschwester Kaufland hatte derweil ebenfalls bekräftigt, Ambitionen für eine Expansion in die Ukraine zu haben. Auch diese Ideen sind schnell wieder verworfen worden, zu kritisch ist der Zustand unter dem Einmarsch russischer Truppen.
Für Metro hingegen könnte es ernst werden. Der Konzern ist tief in der Ukraine und Russland verwurzelt. In der Ukraine sind es allein 26 Standorte, die betrieben werden. Das Russlandgeschäft ist ein wichtiger Faktor. Während mit 2,3 Mrd. Euro (netto) zwar nur die Hälfte des deutschen Umsatzes in Russland umgesetzt wird, steht mit einem Ebitda in Höhe von 197 Mio. Euro ein Drittel mehr Gewinn als im Heimatmarkt zu Buche. Metro hält darüber hinaus auch Eigentumswerte in Russland. Insgesamt handelt es sich dabei um eine Grundfläche von 3,5 Mio. m².
Die deutschen Händler machen sich Sorgen wegen den im Konflikt eingesetzten heißen Waffen. Gleichzeitig können sie noch wirtschaftlich verwundet werden. Die USA und Europa haben sich bisher auf harte Sanktionen gegenüber Russland verständigt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich Russland revanchiert. Neben Metro könnten auch noch Obi und Globus direkt betroffen werden.
