Trotz gesunkenem Umsatz setzt der Handel weiter auf Bio

29. Juli 2022 – Zuletzt haben die Umsätze mit dem Bio-Segment nachgelassen. Trotzdem setzt beispielsweise Edeka verstärkt auf Frisch. Auch Lidl und Kaufland setzen auf Regionalität und setzen damit den Fachhandel vermehrt unter Druck.

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Die aktuelle Inflation steigert die Preissensibilität der Kunden. Das schlägt sich in einer Umsatzminderung im höherpreisigen Bio-Segment nieder. Allen voran Edeka, Lidl, Kaufland und Aldi wollen dennoch ihren Biobereich stärken. Das soll vermehrt durch die Einführung von Eigenmarken gelingen. Die großen Händler des Lebensmitteleinzelhandels bieten in der Regel deutlich geringere Preise, als die Konkurrenz aus dem Fachhandel. Der aktuell rückläufige Umsatz bei Bio-Produkten trifft die dezidierten Bio-Händler besonders hart.

Laut Daten der GfK hat der Umsatz im Bio-Segment von Januar bis Mai um 3,2 Prozent nachgelassen. Der Fachhandel ließ dabei sogar ca. 10 Prozent Umsatz liegen. Noch heftiger traf es die Bio-Supermärkte, die sogar 14,7 Prozent verlieren. Am schlimmsten sieht es momentan bei den Naturkost- und Reformhaus-Anbietern aus. Hier stehen Umsatzeinbrüchen in Höhe von 38,3 Prozent zu Buche. Vor diesem Hintergrund lässt sich schnell ein Grund dafür finden, warum der größte Reformhaushändler Bacher, mit über 100 Läden, zuletzt Insolvenz angemeldet hat.

Viele Kunden spüren die Inflation immer stärker am eigenen Geldbeutel. Das führt dazu, dass sich die Umsätze im Bio-Segment immer mehr zur günstigeren Konkurrenz aus dem Lebensmitteleinzelhandel verschiebt. Die großen Händler setzen hauptsächlich auf Verbandsware. Kaufland kündigt insbesondere parallel zur bestehenden Kooperation mit Demeter die Zusammenarbeit mit Bioland an. Der Verband soll den Betreiber von SB-Warenhäusern bei den Eigenmarken unterstützen.

Andere Betreiber gehen einen ähnlichen Weg. Aldi ist beispielsweise in einer Kooperation mit Naturland und Lidl arbeitet ebenfalls mit Bioland zusammen, ist jedoch schon tiefer involviert, als das bei Kaufland bisher der Fall ist. Der Discounter der Schwarz-Gruppe arbeitet an einem Bio-Konzept mit regionaler Note. Unter der Bewerbung „Ein gutes Stück Bayern“ wird etwa Quark, Milch und weitere Produkte mit einem Bioland-Siegel versehen verkauft.

Der stärkste Händler im Bio-Segment ist Edeka. Auch die Genossen setzen auf Eigenmarken in Form ihres Labels Naturkind. Nachdem es bereits im Lebensmitteleinzelhandel zum Einsatz kommt, wird es jetzt auch bei den Budni-Drogerien und durch das Biofachhandelsformat Naturkind vertrieben. Momentan wird die Marke um zwanzig weitere Artikel auf insgesamt 100 Produkte erweitert. Bei Obst und Gemüse soll sich auch noch einiges tun. Der Einkaufschef bei Edeka Südwest, Klaus Fickert, kündigt an, dass bis 2025 rund ein Drittel des verkauften Obst- und Gemüses der Region mit der Eigenmarke „Unsere Heimat“ und dem zugehörigen Bioland-Logo versehen sein sollen. Aktuell liegt der Anteil bei 27 Prozent, sodass es sich dabei zwar um ein ambitioniertes, aber umsetzbares Ziel handelt.