Tegut setzt verstärkt auf Grab & Go-Technologie

26. April 2024 - Das Kleinflächen-Format Teo von Tegut erweitert sein Grab & Go-Angebot. Im Gegensatz zum ersten Standort in Darmstadt wird der neue Standort als Indoor-Variante in einer bestehenden Immobilie realisiert. Die eigenständige Schwestergesellschaft Smart Retail Solutions treibt diese Entwicklung voran.

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Noch in diesem Jahr wird ein zweiter Grab & Go-Teo eröffnet, wie Sören Gatzweiler auf dem EHI Payment-Kongress in Bonn ankündigte. Dieser neue Standort unterscheidet sich vom bisherigen Konzept durch die Nutzung einer Bestandsimmobilie. Bisher gibt es vier Indoor-Teo-Standorte, die jedoch nur auf Self-Scanning ausgelegt sind.

Trotz der jüngsten Rückschritte bei Amazons Just-Walk-Out-Technologie bleibt Gatzweiler optimistisch bezüglich der Zukunft von Grab & Go für kleine Verkaufsflächen und Standorte mit hoher Kundenfrequenz. „Die Genauigkeit der Technologie hat mich überrascht. Zudem werden die Kosten in Zukunft weiter sinken", so Gatzweiler. Er ist jedoch skeptisch, ob sich diese Technologie auf Großflächen durchsetzen kann.

Einkaufen im neuen Grab & Go-Teo soll auch ohne die Nutzung einer App möglich sein. Am ersten Standort in Darmstadt ist dies nach einer anfänglichen Phase, in der der Zutritt nur per App möglich war, nun ebenfalls möglich. Oliver Unger, Leiter Treasury bei Tegut, erläuterte auf dem Payment-Kongress die Herausforderungen der Zahlungsabwicklung in Grab & Go-Stores. „Der Checkout und das Payment fallen bei diesen Läden zeitlich auseinander", erklärte Unger. Wenn es Probleme bei der Zahlungsabwicklung gibt, ist das zunächst schwierig, da der Kunde nicht mehr vor Ort ist.

Am Zutrittsterminal von Teo Grab & Go müssen Kunden per Giro- oder Kreditkarte oder per App einchecken. Dabei wird automatisch ein Betrag von 70 Euro vorautorisiert, ähnlich wie bei Hotelreservierungen oder Mietwagenbuchungen. Am Ende wird nur der tatsächlich eingekaufte Betrag abgerechnet. Sollte der Warenkorb größer sein als die autorisierte Summe, greift Tegut auf eine als Overcapture bezeichnete Methode zurück. Unger erklärte jedoch nicht im Detail, wie diese Methode funktioniert.

Hinter dem Teo-Konzept steht das neu gegründete Unternehmen Smart Retail Solutions, das von Sören Gatzweiler und dem Migros-Manager Sven Kispalko geführt wird. Diese eigenständige Schwestergesellschaft ist direkt der Tegut-Mutter Migros unterstellt und soll das Konzept als Franchise-Modell vermarkten. „Wir haben mittlerweile einen so hohen Reifegrad erreicht, dass wir die Lösung auch anderen interessierten Betreibern zugänglich machen wollen", erklärte Gatzweiler. Auch Migros hat inzwischen fünf Teos eröffnet und plant weitere Standorte in der Schweiz.

Um Probleme wie Diebstähle und Vandalismus zu bekämpfen, nutzt Teo ein „Shop-Access-Management-System". Diese Lösung wurde mittlerweile in allen 40 Teos installiert. Bei Identifizierung von Dieben oder Randalierern kann diesen der Zugang zu den Märkten künftig verweigert werden. „Diese Technologien braucht es, wenn man Smart Stores sinnvoll wirtschaftlich betreiben will", so Gatzweiler. Zudem wird eine zentrale Steuerungsplattform eingeführt, die alle Meldungen von Störungen bis hin zu Diebstählen verarbeitet. Erste Teos sind bereits aufgeschaltet, weitere sollen folgen, berichtet der Manager.