Tegut forciert Modernisierung und Flächenoptimierung

06. Februar 2026 - Tegut treibt die Neuausrichtung seines Filialnetzes weiter voran. Trotz einer laufenden Standortbereinigung plant das Unternehmen im aktuellen Jahr weitere Investitionen in die bestehenden Märkte sowie einzelne Neueröffnungen. Zugleich steht die Tochter der Schweizer Migros Zürich unter klarem wirtschaftlichem Druck: Bis zum Jahresende soll die Rückkehr in die Profitabilität gelingen.

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Nach Brancheninformationen investiert der Lebensmitteleinzelhändler 2026 in etwa 100 der derzeit knapp 300 Standorte. Gegenüber Geschäftspartnern wurde kommuniziert, dass umfassende Überarbeitungen der Verkaufsflächen vorgesehen sind. Seitens Migros Zürich wird darauf verwiesen, dass diese Maßnahmen im Rahmen der bereits im Vorjahr angestoßenen Optimierungen stehen. Schon 2025 seien in rund einem Drittel der Märkte größere wie kleinere Anpassungen vorgenommen worden.

Zu den umgesetzten beziehungsweise geplanten Maßnahmen zählen unter anderem die Integration von Self-Checkout-Lösungen sowie Shop-in-Shop-Konzepte wie „Eat Happy“. Für 2026 sind darüber hinaus elf Standorte vorgesehen, die in größerem Umfang modernisiert werden sollen. Unternehmensseitig ist in diesem Zusammenhang von Revitalisierungen die Rede.

Mit Abschluss der laufenden Maßnahmen soll bis Ende des Jahres rund zwei Drittel des gesamten Filialnetzes eine Überarbeitung erfahren haben.

Im Fokus der Optimierungen stehen sowohl strukturelle als auch inhaltliche Veränderungen. Auf der Fläche werden Regalstrukturen und Sortimentsanordnungen neu organisiert, um Kundenführung und Aufenthaltsqualität zu verbessern. Parallel dazu erfolgt eine inhaltliche Überarbeitung der Warenangebote.

Schwerpunkte liegen insbesondere auf dem Obst- und Gemüsebereich sowie auf einem neu konzipierten Getränke-Sortiment. Grundsätzlich können jedoch sämtliche Warengruppen im Zuge der Neuausrichtung angepasst werden, um die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Standorte zu erhöhen und die Marktposition zu stärken.

Ungeachtet der angekündigten Reduzierung des Filialbestands sind punktuell neue Standorte vorgesehen. Nach aktuellem Stand soll ein Markt in einem Frankfurter Wohnquartier eröffnen. Zudem sind zwei Wiedereröffnungen im Kernabsatzgebiet geplant: ein Standort in Offenbach am Main sowie ein weiterer in der Nähe von Fulda. Beide Märkte waren zuvor im Zuge von Abriss- und Neubauprojekten geschlossen worden.

Parallel dazu wird aus dem Marktumfeld berichtet, dass Tegut bestrebt sei, einzelne – teils bereits vor der Sanierung projektierte – neue Standorte noch vor Inbetriebnahme an andere Betreiber zu veräußern. Als Beispiel gilt ein Objekt in Wiesbaden Mainz-Kastel, das im Dezember unter dem Banner von Rewe eröffnet wurde.

Seit 2024 unterzieht Migros Zürich ihre deutsche Tochtergesellschaft einem umfassenden Sanierungsprogramm. Zielvorgabe ist es, bis Ende dieses Jahres schwarze Zahlen zu schreiben. Hintergrund ist das Auslaufen der Patronatserklärung, mit der die Schweizer Muttergesellschaft die wirtschaftliche Stabilität der Beteiligung bislang abgesichert hat.

Den operativen Verlust bezifferte Migros-Zürich-Chef Patrik Pörtig für das Geschäftsjahr 2024 auf rund 60 Mio. Euro. Gleichzeitig konnte Tegut den Umsatz – erstmals inklusive der 19 integrierten Basic-Filialen – um 2,7 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro steigern.

Bereits im November 2024 hatte Migros eine Verkleinerung des Vertriebsnetzes angekündigt. Mindestens zehn Prozent der Filialen sollten perspektivisch den Betreiber wechseln. Branchenkreisen zufolge standen zeitweise bis zu 50 Standorte zur Disposition. Während offenbar auch über größere Standortpakete verhandelt wurde, erfolgten letztlich nur vereinzelte Übergaben an Wettbewerber wie Edeka und Dennree. Darüber hinaus wurden rund zehn Märkte aufgrund unzureichender Wirtschaftlichkeit geschlossen.

Für die Handelsimmobilienbranche bleibt die Entwicklung bei Tegut damit ein relevanter Faktor: Neben Modernisierungen und punktuellen Neubeginnen prägen weiterhin Portfoliobereinigungen und Betreiberwechsel das Bild. Entscheidend wird sein, ob die eingeleiteten Maßnahmen ausreichen, um die Ertragslage nachhaltig zu stabilisieren.