Tedi richtet seinen Expansionsfokus gezielt auf die südlichen und östlichen Bundesländer. Laut CEO Petar Burazin gibt es vor allem in Bayern, Baden-Württemberg und den neuen Bundesländern noch „weiße Flecken“ im Vertriebsnetz des Unternehmens, die für neue Filialen genutzt werden könnten. Insgesamt sieht Burazin Platz für rund 1000 zusätzliche Standorte in Deutschland. Derzeit betreibt Tedi hierzulande etwa 1900 Geschäfte.
Diese Expansionsstrategie ist Teil einer umfassenderen Offensive, die Burazin vorantreibt. Mittelfristig soll das derzeit länderübergreifende Netz von rund 3200 Filialen auf 5000 anwachsen. Burazin möchte sich nicht auf ein genaues Datum festlegen, betont jedoch, dass er das Wachstumstempo hochhalten will. Im Geschäftsjahr 2023/24, das im April endete, hatte Tedi die Anzahl seiner Filialen um über 300 erhöht. Burazin plant, diese Wachstumsrate beizubehalten.
Neben Deutschland nannte Burazin Frankreich, Spanien, Polen, Rumänien und Bulgarien als weitere Schwerpunkte der Expansion. Ob und wie der Einstieg in neue Märkte das Wachstum unterstützen soll, ließ Burazin offen. Aktuell ist Tedi, das für das Geschäftsjahr 2024/25 einen Bruttoumsatz von 3 Milliarden Euro anstrebt, in 15 Ländern aktiv.
Der 48-jährige Burazin übernahm im September die Führung bei Tedi. Zuvor war er Vertriebsgeschäftsführer bei Woolworth, das wie Tedi zur Unternehmerfamilie Heinig gehört. Nach einem raschen Austausch der gesamten Führungsspitze bei Tedi, sieht Burazin das neue Team nun gut aufgestellt, um das Unternehmen in die Zukunft zu führen.
Tedi plant, sich auf die Fläche konzentrierter aufzustellen. Das zuvor 28.000 Artikel umfassende Gesamtsortiment wurde bereits „deutlich gestrafft“. Den vor zwei Jahren begonnenen, kostspieligen Vorstoß ins Textiliengeschäft habe Tedi inzwischen auch verarbeitet, so Burazin. Zukünftig soll das Sortiment überraschender gestaltet werden. Aktuelle Trendthemen, wie die bevorstehende Fußballeuropameisterschaft, sollen verstärkt in den Läden aufgegriffen werden. Um den Kunden gleichzeitig eine größere Verlässlichkeit zu bieten, sollen künftig 3000 Artikel dauerhaft zum Preis von 1 Euro oder günstiger erhältlich sein.
Beim Thema E-Commerce bleibt der neue Chef zurückhaltend. „Einen Onlineshop wird es bei Tedi in absehbarer Zeit nicht geben“, sagte Burazin. Der Grund: „E-Commerce lässt sich in unserem Segment nicht profitabel betreiben.“
