Glaubt man Gutberlet, so ist Tante Enso fest verwurzelt im ländlichen Raum – jenem Marktsegment, in dem sich andere Handelsakteure aus der Nahversorgung zurückziehen. Das aktuell 85 Standorte umfassende Filialnetz soll in diesem Jahr deutlich wachsen; Gutberlet spricht von 30 bis 40 neuen Filialen, die in Planung oder Umsetzung sind.
Im vergangenen Geschäftsjahr erzielten die teilautonomen Smart Stores von Tante Enso einen Umsatz von rund 34 Millionen Euro. Für 2026 strebt das Unternehmen 58 Millionen Euro Umsatz an. Trotz dieser Wachstumsziele wird aktuell noch kein nachhaltiger Gewinn ausgewiesen; der Fokus liegt nach Einschätzung von Gutberlet vorerst auf der Expansion und dem Festigen der Marktposition durch den Aufbau weiterer Standorte.
Neue Märkte zugänglich machen: Um Filialen zu eröffnen, müssen vor Ort mindestens 300 Einwohner ansässig sein und eine Genossenschaftsstruktur mit einer Beteiligung von 100 Euro pro Genosse vorliegen. Den Kundinnen und Kunden bieten die Standorte rund um die Uhr Einkaufsmöglichkeiten, die Rabatte variieren je nach Einlage. Zudem wird in einigen Stunden pro Tag eine Marktkraft vor Ort sein, nachts ist der Zugang ausschließlich über eine Kundenkarte möglich. Der Checkout erfolgt überwiegend über SB-Kassen.
Digitalisierung und Services jenseits des Lebensmittelangebots stehen ebenfalls im Fokus der Strategie. Die Mannschaft um Gutberlet arbeitet an der Einführung einer Kunden-App, die noch im zweiten Quartal das Licht der Öffentlichkeit erblicken soll. Zudem werden in einigen Filialen neue Terminals getestet, die digitale Bürgerservices ermöglichen, darunter Identitätsnachweise oder Gesundheitsdienstleistungen. Ziel ist es, Frequenz zu steigern und die Märkte als Nahversorgungs-Hubs vor Ort zu etablieren. Gutberlet betont: Das Dienstleistungsangebot soll über Lebensmittel hinaus erweitert werden.
Inhaltlich bleibt das Filialkonzept trotz Digitalisierung markenkernfokussiert: Die Sortimentsplanung wird auf kleiner Fläche eng getaktet, weil die Filialen in der Regel zwischen 200 und 300 Quadratmeter groß sind. Zurzeit bezieht Tante Enso etwa 70 Prozent der Waren von Rewe; der verbleibende Anteil umfasst regional relevanten Produkte, die zur Umsatzstabilität beitragen sollen.
Hinweis: Tante Enso verfolgt damit eine Strategie, Wachstum und technologische Innovation zu kombinieren, um ländliche Nahversorgung zu stärken und zugleich neue digitale Angebote als Differenzierungsinstrument zu nutzen.
