Amazon war das erste Unternehmen weltweit, das vor etwa fünf Jahren einen kassenlosen Store namens „Amazon Go" eröffnete, der heute unter dem Namen „Just-walk-out" bekannt ist und bereits über 50 Filialen umfasst. Diese Einkaufserfahrung ohne Kassenschlange wird hauptsächlich durch künstliche Intelligenz in Form von Computer Vision ermöglicht. Hunderte von Videokameras an den Decken liefern die erforderlichen Daten für die Erkennung jedes Artikels, den ein Kunde aus dem Regal nimmt. Zudem werden grammgenaue Wiegezellen in den Regalböden verwendet.
Die meisten Händler mit kassenlosen Lösungen verlangen von den Kunden, dass sie eine App auf ihr Smartphone herunterladen und am Eingang des Marktes einen QR-Code scannen. Der Check-in per App ist erforderlich, damit das Programm den Bonbetrag automatisch vom Konto des Kunden abbuchen kann. Zusätzlich erhalten die Kunden per E-Mail einen Kassenzettel.
Obwohl die Einführung dieser Technologie aufgrund der Kosten und Komplexität in den nächsten Jahren noch nicht flächendeckend möglich sein wird, investieren die größten deutschen Handelskonzerne (Rewe, Aldi, Schwarz-Gruppe und Edeka mit Netto) bereits in diese Innovation. Sie möchten die Technologie testen, Erfahrungen sammeln und die Reaktionen der Verbraucher auswerten. Sinanudin Omerhodzic, CTO von Aldi Nord, betonte die Bedeutung, die Technologie selbst zu erproben.
Die Investitionen für die Soft- und Hardware-Ausstattung der kassenlosen Läden sind beeindruckend, aber lohnenswert. So hat Aldi beispielsweise für den Laden in Utrecht weniger als 1 Million Euro bezahlt, während dort rund 1400 Artikel von 470 Kameras und 450 digitalen Gewichtssensoren überwacht werden. Rewe nutzt ähnliche Technologien in Berlin, wobei dort bereits 10.000 Artikel mit rund 400 Quadratmetern Verkaufsfläche verarbeitet werden können. Die Anbieter dieser Technologie, darunter Trigo, AiFi und GK Software, präsentieren ihre Lösungen ebenfalls auf der Euroshop.
