Bis einschließlich Mai meldet die Unternehmensgruppe aus Essen ein flächenbereinigtes Umsatzwachstum von rund 6 Prozent. Laut aktuellen Marktforschungsdaten, die der Fachpresse vorliegen, konnte Aldi Nord allein im April zweistellig zulegen – damit liegt das Unternehmen klar über dem von YouGov ermittelten Discounter-Durchschnitt von 4,1 Prozent. Bemerkenswert: Selbst gegenüber dem traditionell stärkeren Schwesterunternehmen Aldi Süd weist Aldi Nord derzeit bessere Zuwachsraten auf. „Seit Mitte 2024 entwickeln wir uns in Deutschland durchgängig über Marktniveau – und gewinnen Marktanteile“, heißt es aus der Unternehmenszentrale in Essen.
Besonders hervorzuheben ist der Beitrag des deutschen Markts zum Gesamtergebnis der Aldi-Nord-Gruppe: Mit einem Umsatzzuwachs von 500 Millionen Euro trug die deutsche Landesgesellschaft zur Hälfte zum konzernweiten Wachstum von 1 Milliarde Euro bei. Der Gesamtumsatz der Gruppe belief sich 2024 auf 32 Milliarden Euro brutto – ein Plus von 3,1 Prozent. Der Heimatmarkt allein erwirtschaftete davon 15,5 Milliarden Euro, bei einer nahezu stabilen Zahl von rund 2.200 Filialen.
Die positive Entwicklung wird von mehreren strategischen Maßnahmen getragen. Das Management nennt insbesondere verstärkte Investitionen in die Preispolitik sowie ein überarbeitetes Frischeangebot – insbesondere im Bereich Obst und Gemüse – als ausschlaggebend. Hinzu kommt eine deutlichere Sortimentsfokussierung, bei der das Angebot international vereinheitlicht und das Markenportfolio gestrafft wurde. Vor allem Eigenmarken erhalten in der strategischen Ausrichtung mehr Gewicht.
Auch im internationalen Geschäft legt Aldi Nord spürbar zu. Der Discounter profitiert hier von einer dynamischen Expansionsstrategie sowie der fortlaufenden Modernisierung bestehender Filialen. Laut Brancheninformationen erzielte die Gruppe in den ersten fünf Monaten 2025 auch international ein flächenbereinigtes Wachstum von etwa 6 Prozent, während der nominale Zuwachs sogar im zweistelligen Bereich liegen soll. Konkrete Zahlen veröffentlicht das Unternehmen traditionell nicht, verweist aber darauf, in sämtlichen Ländern besser als der jeweilige Markt zu performen.
Parallel zur Umsatzentwicklung verbessert sich auch die Ertragslage. Das Unternehmen spricht von einem „Rekordergebnis“. Zahlen bleiben zwar aus, allerdings verweist das Management darauf, dass seit der Umstrukturierung zur Holding-Stiftung erstmals auch Erträge aus unternehmensnahen Geschäftsfeldern wie der Kaffeeproduktion, dem Betrieb eigener Mineralbrunnen sowie aus dem Immobilienbestand in die Ergebnisrechnung einfließen. Damit ist ein direkter Vergleich mit früheren Jahresabschlüssen nur eingeschränkt möglich.
Ein weiterer Fokus liegt auf der kontinuierlichen Optimierung der operativen Infrastruktur. Aldi Nord investiert stark in seine Logistiknetzwerke, die IT-Systemlandschaft sowie in neue Kühltechnik innerhalb der Märkte. Diese Maßnahmen führen nicht nur zu spürbaren Kostensenkungen im operativen Ablauf und beim Energieverbrauch, sondern schaffen auch finanzielle Spielräume, die gezielt zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit genutzt werden – etwa als Antwort auf die aggressiven Preissenkungsstrategien des Hauptkonkurrenten Lidl.
Auch im Bereich Expansion zeigt sich Aldi Nord ambitioniert. Für das Jahr 2025 sind insgesamt 500 Markteröffnungen geplant – viele davon als Ersatz für veraltete Bestandsfilialen. Netto erwartet das Unternehmen so einen Zuwachs von etwa 150 zusätzlichen Standorten. Damit würde Aldi Nord europaweit auf eine Gesamtzahl von nahezu 5.600 Filialen anwachsen.
Mit seiner strategischen Neuausrichtung, operativer Effizienz und Investitionen in Schlüsselbereiche zeigt Aldi Nord derzeit eindrucksvoll, wie sich ein herausfordernder Markt erfolgreich meistern lässt. Der Konzern positioniert sich nicht nur als Preis- und Qualitätsführer, sondern zunehmend auch als moderner, international wettbewerbsfähiger Handelsakteur mit klarer Wachstumsagenda.
