In den ersten sechs Monaten nach der Übernahme sind laut Informationen von LZ Verluste in Höhe von fast 100 Mio. Euro aufgetreten. Tischendorf strebt nun an, den Umsatz zu steigern und die Kosten zu senken, um die finanzielle Lage zu verbessern. Er hat sich das Ziel gesetzt, einen Umsatz von etwa 25 Mio. Euro pro Markt zu erreichen, was einem Jahresumsatz von 1,5 bis 1,7 Mrd. Euro entspricht. Rabattaktionen sollen dazu beitragen, den Durchschnittsbon zu erhöhen, während Tischendorf gleichzeitig plant, den Anteil der Personalkosten von 15 auf 12 Prozent zu senken.
Darüber hinaus plant Tischendorf eine Umwandlung der Real GmbH in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA), um die Mitbestimmung der Arbeitnehmer zu reduzieren und Haftungsrisiken zu begrenzen. Die Real Service und Verwaltungs GmbH soll als Komplementär fungieren, wobei Tischendorf und sein Kernteam die Geschäftsführung übernehmen. Der Umbau der Gesellschaftsform war ursprünglich geplant, musste jedoch aufgrund der schlechten finanziellen Performance vorgezogen werden.
Die Verpflichtungen des Vorbesitzers SCP sollen laut LZ bereits erfüllt sein, nachdem SCP die Verluste aus dem zweiten Halbjahr 2022 ausgeglichen hat. Auch Kooperationspartner Rewe soll bei der finanziellen Überbrückung geholfen haben. Tischendorf, SCP und Rewe haben sich bisher nicht zu diesen Entwicklungen geäußert.
Tischendorf steht nun vor der Herausforderung, Real wieder auf Kurs zu bringen und das Unternehmen langfristig erfolgreich zu führen.
