Stärkerer Fokus auf Bestandsgebäude gefordert

23. Februar 2023 - Das Umweltbundesamt (UBA) hat die Bundesregierung dazu aufgefordert, in der Bau- und Wohnungspolitik verstärkt auf den Erhalt und die Modernisierung bestehender Gebäude zu setzen.

Quelle: Alnatura Produktions- und Handels GmbH/alnatura.de

UBA-Präsident Dirk Messner betonte, dass die Berücksichtigung des Bestands vor Neubauten ein zentrales Prinzip sei, um den Gebäudesektor in allen Aspekten nachhaltiger zu gestalten. Dies äußerte er bei der Übergabe einer Studie seines Hauses. Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) unterstützte diese Forderung und unterstrich die Bedeutung einer umfassenden Betrachtung des Lebenszyklus von Gebäuden. Dabei sollten nicht nur der Primärenergiebedarf, sondern auch die gesamten Treibhausgasemissionen berücksichtigt werden.

Minister Robert Habeck (Grüne), zuständig für die Sanierungsförderung, bleibt jedoch weiterhin beim Fokus auf den Energiebedarf als verbindliche Kenngröße. Eine Zusammenarbeit zwischen Geywitz und ihrer Amtskollegin Steffi Lemke (Grüne) ist insbesondere bei Themen wie Lärmschutz, Verdichtung und Kreislaufwirtschaft erforderlich, wobei eine Novellierung der TA Lärm noch aussteht. Die Bundesumweltministerin hob bei der Vorstellung der Studie die Bedeutung eines sparsamen Flächenverbrauchs hervor und betonte die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Förderung der Kreislaufwirtschaft, des Quartiersansatzes sowie zur Schaffung von mehr Grünflächen in den Städten. Diese Aspekte, zusammen mit möglichen Änderungen im Baugesetzbuch und den Honorarordnungen, wurden auch in der Vorlage des UBA als wichtige Handlungsfelder genannt.