Die Nachfrage nach Einzelhandelsimmobilien blieb im vergangenen Jahr robust, ohne dass der Zinsanstieg, der Ukraine-Konflikt oder die Debatte über die Zukunft des stationären Einzelhandels und der Innenstädte die Statistik wesentlich beeinflusst hätten. Es zeigt sich, dass der deutsche Investmentmarkt für Einzelhandelsimmobilien von keiner Post-Corona-Depression betroffen ist.
Verschiedene Maklerfirmen veröffentlichen unterschiedliche Zahlen zum Umsatz, jedoch ist die allgemeine Aussage in ihren Berichten dieselbe: Der Umsatz im Jahr 2022 entspricht ungefähr dem des Vorjahres. Sarah Hoffmann, Leiterin Retail Investment JLL Deutschland, erwartet auch für 2023 eine Kontinuität, wenn auch unter veränderten Bedingungen. Sie betont, dass Investitionen, die fair eingepreist sind, weiterhin auf eine starke Nachfrage stoßen, unabhängig vom Einzelhandelssegment.
Experten prognostizieren ein solides Marktgeschehen auf angepasstem Niveau. Insbesondere wird eine lebhafte Nachfrage nach Baumärkten erwartet, da diese einen Renditevorsprung gegenüber Lebensmittelmärkten aufweisen. Die Preisfindung gestaltet sich jedoch zunehmend schwieriger, da Investoren verstärkt darum bemüht sind, Risiken zu minimieren.
Ein signifikanter Deal im Jahr 2022 war die Mehrheitsübernahme der Deutsche Euroshop durch Oaktree Capital und das Family-Office der ECE-Eigentümerfamilie Otto. Dieser Abschluss hatte einen Geldwert von etwa 1,7 Mrd. Euro und führte dazu, dass Einkaufszentren einen größeren Anteil am Umsatz erzielten. Trotz einiger Unsicherheiten bleibt der Investmentmarkt für Einzelhandelsimmobilien stabil und zeigt eine bemerkenswerte Beständigkeit.