Allerdings zeigt eine genaue Analyse, dass ein Großteil dieses Wachstums auf Preiserhöhungen zurückzuführen ist. Nach Bereinigung um die Inflation betrug das tatsächliche Wachstum lediglich 0,9 Prozent, wie der Branchenverband BHB mitteilte. Peter Wüst, Hauptgeschäftsführer des BHB, erklärte, dass die Preisanpassungen den Markt verzögert erreichten, da die Händler zu Beginn der Pandemie noch ihre Lager zu alten Preisen aufgefüllt hatten.
Eine interessante Entwicklung ist jedoch das abrupte Ende des Wachstums im Bereich des Online-Handels mit Heimwerkerprodukten. Laut einer Analyse von IFH und dem Branchenexperten Klaus Peter Teipel ging der Umsatz im Online-Kanal erstmals seit Jahren zurück, und zwar um 14,5 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro. Besonders auffällig ist, dass die stationären Bau- und Heimwerkmärkte nach dem Nachlassen der Pandemie im E-Commerce sowohl Umsatz als auch Marktanteile verloren haben.
Vor diesem Hintergrund stehen die Akteure in der Baumarkt-Branche vor der Herausforderung, sich an die veränderten Marktbedingungen anzupassen. Eine enge Verzahnung von Online- und stationärem Handel könnte hierbei einen Lösungsansatz darstellen, um den Kunden ein nahtloses Einkaufserlebnis zu bieten und gleichzeitig die Präsenz in beiden Vertriebskanälen zu stärken.
