Der dafür angegebene Schuldige ist häufig der Online-Handel, doch ist dieses Argument gültig?
Dafür ist zunächst einmal wichtig sich eine bestimmte Differenzierung klarzu- machen. Wenn man von Frequenzen spricht, unterscheidet man in der Regel die folgenden drei Kategorien: Die Kundenfrequenz beschreibt die Zahl der Menschen, die in einem Geschäft etwas kaufen. Davon zu unterscheiden ist die Besucherfrequenz, die angibt wie viele potentielle Kunden den Laden betreten und die Passantenfrequenz, die anzeigt wie viele Menschen in der Geschäftsstraße unterwegs sind.
Betrachtet man das eingangs erwähnte Argument, wäre das Klagen des Einzelhandels nur mit Verweis auf die Passantenfrequenz gerechtfertigt, doch gibt es bisher keinerlei Daten die unterstützen, dass diese wirklich rückläufig ist. Ganz im Gegenteil. Die Firma pax location, die sich auf Frequenzmessungen mit Lasertechnik spezialisiert hat, hat in rund 30 Städten drei Jahre lang gemessen.
Die Messungen von pax location an 34 deutschen Innenstadtstandorten geben keinen Hinweis darauf, dass die Passantenfrequenz rückläufig wäre. An einigen Messpunkten wurden zwar Rückläufe in bestimmten Zeiträumen gemessen, diese wurden aber an anderer Stelle wieder gut gemacht. Alles in allem zeichnet sich ein Bild von gesunder Dynamik ab.
Die Frage beschäftigt mittlerweile immer mehr Immobilienbesitzer, weswegen weitere Messergebnisse über die nächsten Jahre zu erwarten sind. Bisher sieht es so aus als ob die Befürchtungen unbegründet sind und die Passantenfrequenzen stabil bleiben. Was bedeutet das für den Einzelhandel? Es muss die Frage gestellt werden, warum von den vorbeiziehenden Passanten immer weniger den Laden betreten und etwas kaufen. Es ist nicht unbedingt immer der Online-Handel schuld. Unter Umständen mangelt es an Attraktivität des Ladengeschäftes oder dem Interesse von Kunden an der Ware. Ein kritisches Auseinandersetzen mit dem eigenen Geschäft scheint die wirkungsvollste Methode zu sein, gegen sinkende Kundenfrequenzen vorzugehen.