Schwarz-Gruppe setzt Engagement in Rumänien fort

14.08.2026 - Die wirtschaftliche Lage in Rumänien bleibt anspruchsvoll, was sich auch in der Handelslandschaft niederschlägt. Dennoch behauptet Kaufland als zweiter Marktakteur seine Position. Allerdings erscheinen jüngste Wachstumszahlen im Vergleich zu den Vorjahren eher optimistisch als realistisch.

Quelle: Kaufland Stiftung & Co. KG/Wikimedia Commons

Laut Marktdaten, die der Redaktion vorliegen, konnte Kaufland seinen Marktanteil in Rumänien im ersten Halbjahr 2026 um 0,1 Prozentpunkte auf 15,8 Prozent erhöhen. Gleichzeitig schrumpfte der gesamte Einzelhandelsmarkt offiziellen Angaben zufolge um rund 5 Prozent. Bei einer Inflation von circa 7 Prozent ergeben sich dadurch herausfordernde Rahmenbedingungen für Handelssiele und Investoren gleichermaßen.

Nichtsdestotrotz setzt Kaufland seinen Expansionskurs im wichtigsten Auslandsmarkt fort: So wurde jüngst der 200. Standort im Land eröffnet. Zudem stehen nach Einschätzung der Redaktion noch etwa zehn weitere Eröffnungen an. Der rumänische Leu ist im Vergleich zum Euro im Verlauf zuletzt um rund 3 Prozent nachgegeben, was zusätzlichen Druck erzeugt – sowohl für Unternehmen, die Rohstoffe aus dem Euroraum beziehen, als auch für private Haushalte, deren Verträge vielfach in Euro abgerechnet werden, während die Einnahmen in der Landeswährung generiert werden.

Die Discount-Formate profitieren von der Gesamtsituation. Im Geschäftsjahr 2025/26 verzeichnete Kaufland ein Umsatzplus von knapp 6 Prozent und erreichte etwa 4,2 Milliarden Euro. Der Marktführer Lidl verzeichnete in derselben Periode ein stärkeres Plus von über 10 Prozent und kam auf rund 5,4 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr plant Lidl laut Unternehmensangaben die Eröffnung von rund 40 Filialen; aktuell betreibt der Discounter rund 400 Standorte in Rumänien. Im ersten Halbjahr 2026 legte Lidl um 0,8 Prozentpunkte beim Marktanteil zu und liegt nun bei 21,7 Prozent. Penny legte ebenfalls zu und steigerte seinen Anteil um 0,6 Punkte auf 8,3 Prozent. Den Verlierern zählen Mega Image, die Ahold-Tochter, sowie die erst kürzlich von dem rumänischen Baumarktbetreiber Paval übernommenen Carrefour-Märkte.

Dennoch stoßen auch Discounter an ihre Grenzen, wie informierte Kreise bestätigen. Auch die Hypermarkt-Formate verzeichnen weniger Vorratskäufe. Kaufland setzt daher verstärkt auf dauerhaft niedrige Preise: Rund 500 oft nachgefragte Produkte wurden um bis zu 40 Prozent verbilligt, um die Frequenz im Laden zu halten. Regionale Produkte sollen als Wachstumstreiber fungieren. Kaufland betont in Anfragen, dass das Regionalitätsprogramm fortgeführt werde, um lokalen Produzenten den Zugang zu den Regalen zu erleichtern, und dass das Unternehmen alles daran setze, Lebensmittel in Rumänien bezahlbar zu halten.