Schutzschirmverfahren bei Superbiomarkt

05. August 2022 – In den letzten Monaten litt vor allem der Biofachhandel unter enormen Umsatzeinbrüchen. Zweistellige Rückgänge sind für den ein oder anderen nicht mehr stemmbar. So ist es auch bei Superbiomarkt, die nun in einem Schutzschirmverfahren saniert werden.

Quelle: SuperBioMarkt AG/superbiomarkt.de

Der Biofachhandel leidet unter der gestiegenen Preissensibilität der Kunden im Zuge der anhaltend hohen Inflation. Die größte Reformhauskette Bacher und der Großhändler BiUno Bio mussten bereits Insolvenz anmelden. Jetzt gesellt sich noch der viertgrößte Biofachhändler Superbiomarkt dazu. Beim Amtsgericht Münster wurde der Antrag auf Schutzschirmverfahren gestellt, der nun bewilligt wurde. Das Unternehmen mit 32 Märkten geht nun in die Sanierung.

Planmäßig soll das bereits bis zum Ende des Jahres geschehen sein. Dafür setzt sich alleiniger Vorstand und Gesellschafter Michael Radau mit dem Sanierungsexperten und Anwalt Michael Mönig zusammen. Der Händler setzte zuletzt 96 Mio. Euro Netto um. Michael Radau kommentiert den Vorgang gegenüber der Lebensmittelzeitung: „Die Anteilseigner sind sich einig, dass wir die Sanierung stemmen werden. Wir verfügen über ausreichend Liquidität, und das Geschäftsmodell funktioniert weiterhin.“

Gründe für die missliche ökonomische Lage sieht der Händler bei den gestiegenen Kosten für Miete, Energie und Produkte. Weiterhin versuchte das Unternehmen eine Gelegenheit sechs Basic-Filialen zu übernehmen zu nutzen. Eventuell war dieses Vorhaben zu ambitioniert in Relation zur damaligen Lage des Geschäfts. Zu wie vielen Schließungen es im Zuge der Sanierung kommen wird, ist noch nicht klar. Zwei Standorte stehen jedoch bereits fest: Düsseldorf und Aachen. Beide wurden 2021 zugekauft.

Die Lage im Biofachhandel bleibt weiterhin angespannt. Es kann gut sein, dass die Insolvenz von Superbiomarkt nicht die letzte bleiben wird. Das Segment leidet unter stark veränderten Kaufverhalten der Kunden. Dies ist einerseits durch das erneute Öffnen der Gastronomien, andererseits durch gesteigerte Preissensibilität bei den Konsumenten wegen der hohen Inflationsrate bedingt. Kunden fragen momentan verstärkt Eigenmarken und Preiseinstiegsprodukte nach. Der traditionell teurere Biofachhandel wird sich mit dieser neuen Situation schwertun. Zweistellige Umsätze wandern wieder in den Lebensmitteleinzelhandel ab. Auch bei den Lieferanten ist die Krisenstimmung bereits angekommen,