Dennoch konnte auch der Hauptkonkurrent dm solide Wachstumszahlen vorlegen. Für das Geschäftsjahr 2020/21 (Ende September) konnte der Umsatz um 5,8 Prozent auf mehr als 9 Mrd. Euro wachsen. Über so hohe Zuwächse konnte sich die Drogeriebranche schon lange nicht mehr freuen. Zuletzt war so etwas bei der Neuverteilung der Schlecker-Umsätze gesehen.
Zunächst litten die Drogerien 2020 an Frequenzeinbrüchen. An Toplagen bedeutete das schon einmal 8 Prozent weniger. Erst seit April 2021 kann mit der Erholung begonnen werden. Ab dann beginnt das Ringen um die Kunden in den Innenstädten von Neuem. Insgesamt waren die letzten zwei Jahre ein Hin und Her von Drogist zu Vollsortimenter und nun letztendlich wieder zurück.
Der einsetzende Trend des One-Stop-Shoppings zog Umsätze von den Drogerien ab und spielte sie direkt in die Kassen der Vollsortimenter. Als sich die Lage um die Corona-Maßnahmen wieder entspannte, begann sich das Spiel in die andere Richtung zu drehen und die Drogisten konnten besonders in den Kategorien Schönheitspflege und Haushaltsartikel den Vollsortimentern ein Schnippchen schlagen.
Bei Rossmann kann man mit der momentanen Entwicklung zufrieden sein. Der Gesamtbruttoumsatz steigerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 8,1 Prozent auf 11,1 Mrd. Euro. Im Ausland fällt das Plus mit 7,8 Prozent leicht niedriger aus, trägt jedoch 3,2 Mrd. Euro zum Gesamtgeschäft bei. Für 2022 plant das Unternehmen eine Aufstockung des Investitionsvolumens auf 230 Mio. Euro. Das entspricht einer Steigerung von 30 Mio. Euro. Außerdem sind rund 200 neue Filialen geplant. Es wird schwer das Tempo bei den Zuwächsen der letzten zwei Jahre aufrechtzuerhalten. Bei Rossmann verspricht man sich jedoch zusätzliche Impulse durch das 50-jährige Firmenjubiläum, dass medienwirksam inszeniert und damit für die Sichtbarkeit genutzt werden kann.
