Damit wird Rossmann in der Schweiz, seinem inzwischen neunten Auslandsmarkt, noch vor Jahresende über elf Standorte verfügen. Unter den neu eröffneten oder geplanten Standorten befinden sich unter anderem Filialen in Chur (zwei Märkte), Kriens, Bremgarten und Winterthur.
Auch für das kommende Jahr hat Rossmann ambitionierte Ziele: Eine Verdopplung der Filialanzahl ist vorgesehen. Im Fokus der Expansion stehen dabei bevorzugt hochfrequentierte Innenstadtlagen sowie etablierte Einkaufszentren – insbesondere in der Deutschschweiz. Dies bestätigte eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage. Für die aktuell bezogenen Flächen nutzt Rossmann teils bereits bestehende Objekte, darunter einen ehemaligen Standort der Kette Depot sowie eine Fläche, die sich das Unternehmen nach Informationen der „Lebensmittel Zeitung“ mit dem Discounter Lidl teilt.
Der Wettbewerb um geeignete Verkaufsflächen in der Schweiz ist intensiv. Zehn frühere Alnatura-Flächen aus dem Migros-Portfolio gingen kürzlich an den Konkurrenten Müller. Rossmann selbst hatte ursprünglich angekündigt, im ersten Jahr 15 Filialen eröffnen zu wollen. Diese Pläne mussten jedoch infolge baulicher Herausforderungen, technischer Weiterentwicklungen – etwa im Bereich der IT-Infrastruktur – sowie durch die zurückhaltende Flächenvergabe durch Migros angepasst werden. Letztere gilt als zögerlich, wenn es darum geht, Flächen an potenzielle Wettbewerber abzugeben – insbesondere angesichts des umfangreichen Drogerie- und Lebensmittelangebots von Rossmann, das bei Migros offenbar auf Vorbehalte stößt.
Trotz der anfänglichen Herausforderungen zieht Rossmann eine überwiegend positive Zwischenbilanz. Das Kundenfeedback sei ermutigend, insbesondere in Bezug auf das Preis-Leistungs-Verhältnis sowie das umfassende Sortiment in den Bereichen Kosmetik, Gesundheitsprodukte und nachhaltige Artikel. Die ersten Monate hätten die Erwartungen in vielen Aspekten übertroffen, heißt es von Unternehmensseite. Man nutze die aktuelle Phase gezielt, um operative Abläufe weiter zu optimieren und das Konzept an lokale Anforderungen anzupassen – mit dem Ziel, die Expansion in der Schweiz langfristig erfolgreich zu gestalten.
Rossmann betont, dass es nicht nur um eine flächenmäßige Präsenz gehe, sondern darum, echte Relevanz für die Kundschaft zu schaffen – etwa durch Sortimente, die den Alltag erleichtern. Auch auf Kritik an Preisunterschieden zwischen den deutschen und den Schweizer Märkten hat das Unternehmen bereits reagiert. Das Team um Landeschef Fabrizio D’Ascenzo hat Preisanpassungen vorgenommen und sieht sich für die nächste Expansionsphase gut aufgestellt.
Ein Online-Vertriebskanal steht Schweizer Kundinnen und Kunden bislang allerdings nicht zur Verfügung. Die Einführung eines eigenen Webshops wird durch markenrechtliche Hürden erschwert: Die Domain „rossmann.ch“ ist derzeit im Besitz einer Anwaltskanzlei, und bisherige Versuche des Unternehmens, die Adresse zu übernehmen, blieben offenbar erfolglos.
