Diese ungewöhnliche Konstellation bedeutet eine direkte Herausforderung für den Wettbewerber dm, da Rossmann durch die Belieferung von Spar in den zweiten Heimatmarkt von dm vordringt. Ursprünglich war Spar mit dm Österreich verbunden und hielt 32 Prozent des Unternehmens, nachdem Spar die Vita-Drogerien von Metro in den 1980er Jahren übernommen hatte. Doch Spannungen in der Partnerschaft führten zu rechtlichen Auseinandersetzungen, die nun beigelegt sind. Spar zeigt sich offen für Produkte von Rossmann.
Für Rossmann ist dies ein strategischer Schachzug. Als zweitgrößter Drogeriemarkt in Deutschland gewinnt das Unternehmen mit Spar einen bedeutenden Kunden, der Isana-Produkte in 3000 seiner Filialen anbieten wird. Rossmann verfolgt im Eigenmarkengeschäft eine klare Strategie und kann durch Kooperationen mit Lebensmittelhändlern neue Märkte erschließen, ohne eigene Filialen eröffnen zu müssen.
Die Zusammenarbeit zwischen Rossmann und Lebensmittelhändlern ist ein innovativer Ansatz, der beiden Seiten Chancen eröffnet. Lebensmittelhändler können ihr Angebot durch Eigenmarken der Drogerien ergänzen, während Drogeriemärkte ihre Reichweite und Marktpräsenz erhöhen können.
Rossmann hat bereits Erfahrungen mit ähnlichen Kooperationen gemacht, beispielsweise mit dem Schweizer Discounter Denner und den Freshippo-Supermärkten der Alibaba-Gruppe in China. Diese Expansion zeigt das Selbstbewusstsein des Unternehmens, das seine Eigenmarken nun auch durch TV-Werbung bewirbt - eine Strategie, die bereits von dm erfolgreich umgesetzt wurde und Aufmerksamkeit in der Branche erregt.
