Zu einer Einigung zwischen den beiden Parteien ist es jedoch noch nicht gekommen. Aus dem Rewe-Umfeld heißt es, dass noch an den Details gefeilt werden muss. SCP versucht bei bestimmten Standorten höhere Preise abzurufen. Es ist noch nicht abschließend geklärt, inwiefern Rewe aus strategischen Gründen bereit ist, die erhöhten Preise zu bezahlen.
Rewe geht bisher recht zögerlich an die Real-Auflösung heran. Eventuell hat man sich in Köln verspekuliert und dachte, dass eine Aufteilung der Real-Märkte ohne eine Beteiligung von Rewe nicht möglich werden könnte. Die hohen Forderungen die Rewe ursprünglich an SCP stellte, wurden abgelehnt. Auch ohne die Beteiligung durch Rewe konnten inzwischen die meisten Top-Standorte anderweitig vergeben werden. Insgesamt konnte bereits ein Großteil des Real-Netzes auch ohne eine Einbindung von Rewe verteilt werden.
Bisher wurden durch Rewe beim Bundeskartellamt erst zwei Übernahmen angemeldet. Dabei handelt es sich um die Markthalle in Balingen sowie um eine Filiale in Oldenburg. Bisher steht erst die Übernahme für einen der beiden Standorte fest: Balingen wird am 12. November an Rewe gehen.
Unterdessen erhöht sich langsam der Druck auf das Top-Management der Kölner. Im Corona-Jahr 2020 konnte Rewe in Deutschland noch die prozentual höchsten Umsatzzuwächse der Branche verzeichnen. Mittlerweile hat sich diese Situation geändert. Die neuesten Marktforschungszahlen schlagen vor, dass Rewes Hauptwettbewerber Edeka in diesem Jahr stärker wachsen wird.
Edeka ist währenddessen auch bei der Aufteilung der Real-Märkte involviert. Insgesamt 64 Übernahmen hat das Bundeskartellamt mittlerweile genehmigt. Insgesamt handelt es sich dabei um ein potenzielles zusätzliches Umsatzvolumen von rund 1,5 Mrd. Euro. Ein verstärktes Partizipieren an der Verteilung der restlichen Real-Märkte ist auch vor diesem Hintergrund zu bewerten. Die Kölner befürchten, dass die Hamburger ihnen unter Umständen weiter davonlaufen.
