Rewe treibt KI-gestützte Tierwohl-Analyse voran

07.08.2026 - Das Kompetenzzentrum Landwirtschaft der Rewe Group startet in Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Praxis ein umfassendes Forschungsprojekt zum Einsatz künstlicher Intelligenz in der Nutztierhaltung. Ziel ist es zu prüfen, ob KI dazu beitragen kann, das Wohl und die Gesundheit von Tieren besser zu erfassen und zu unterstützen. Dafür werden in ausgewählten Betrieben aus der Schweine- und Geflügelhaltung moderne Überwachungstechnik wie Kameras und Sensoren installiert.

Quelle: FIM Unternehmensgruppe

In der ersten Phase konzentriert sich der Test auf Tierhaltungsformen der Stufen 2 bis 5 und sieht vor, zunächst rund 2 500 Schweine in der Pilotphase zu beobachten. Nach Abschluss der Schweine-Phase soll der Ansatz auf Masthühner ausgeweitet werden, sodass im weiteren Verlauf weitere Tierbestände in das Forschungsprogramm einbezogen werden. Die dabei gewonnenen Bild-, Bewegungs- und Umgebungsdaten werden anschließend mithilfe von KI-gestützten Verfahren analysiert und ausgewertet, um Muster, Abweichungen und potenzielle Gesundheitsindikatoren zu identifizieren.

Gleichzeitig soll der Versuch auch die Grenzen der KI-gestützten Analyse herausarbeiten. Die Forscher wollen sichtbar machen, welche Potenziale vorhanden sind und wo der Einsatz technischer Systeme an seine Grenzen stößt. Ziel ist es, belastbare Erkenntnisse zu gewinnen, die eine verantwortungsvolle Integration der Technik in der Praxis der Nutztierhaltung ermöglichen. Carolin Weyers, Leiterin des Kompetenzzentrums Landwirtschaft, betont, dass Landwirtinnen und Landwirte Teil der Beobachtung sind und moderne KI dabei helfen könne, zusätzliche Einsichten zu gewinnen, Daten systematisch zu erfassen und dauerhaft im Blick zu behalten. Dadurch könnten Auffälligkeiten früher erkannt und Betriebe spürbar entlastet werden, was letztlich das Tierwohl stärken könne.

Das Vorhaben wurde in enger Abstimmung mit Praxisvertretern initiiert; maßgeblich vorangetrieben wird es von Max Esser-Geneschen, einem Vertreter aus Erkelenz, der dem Beirat des Kompetenzzentrums angehört und sich intensiv dem Thema Tierwohl widmet. Seiner Ansicht nach eröffnet KI neue Wege, Tiere besser zu verstehen und ihre Bedürfnisse stärker in den Mittelpunkt tierwohlorientierter Managementpraktiken zu rücken. Wenn der technologische Einsatz verantwortungsvoll erfolgt, sieht er darin die Chance, das Niveau von Tierwohl und Tiergesundheit erheblich zu steigern.

Neben Rewe bringen weitere Akteure aus Landwirtschaft, Wissenschaft und Handel ihr Know-how in das Vorhaben ein. Unter ihnen finden sich Schweinehalterinnen und -halter wie Gesa Langenberg sowie Vertreter der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz, namentlich Thomas Blaha. Blaha setzt auf den interdisziplinären Ansatz, um belastbare Ergebnisse zu erzielen und den Dialog zwischen Praxis und Wissenschaft weiter zu stärken.