Kern der Neuausrichtung ist die Einführung einer neuen Funktion innerhalb der Vertriebsgebiete: Künftig sollen spezialisierte „Gebietsmanager Ware Frische & Backwaren“ die Märkte gezielt bei der Weiterentwicklung dieser Warensegmente unterstützen. Die Position wird aktuell deutschlandweit im unter dem Banner von Rewe betriebenen Supermarktgeschäft etabliert.
Nach Unternehmensangaben tragen die Sortimente Frische und Backwaren inzwischen mehr als 20 Prozent zum durchschnittlichen Umsatz bei. Vor diesem Hintergrund misst der Konzern ihrer strategischen Steuerung eine weiter steigende Bedeutung bei. Ziel der neuen Struktur sei es, die Märkte intensiver bei Sortimentsgestaltung, Flächenkonzepten und operativer Umsetzung zu begleiten, um bestehende Potenziale konsequent auszuschöpfen.
Die neuen Gebietsmanager sollen in enger Abstimmung mit den Verantwortlichen vor Ort insbesondere das Geschäft mit Convenience- und vegetarischen beziehungsweise veganen Produkten, Bake-off-Artikeln, Molkereiwaren sowie weiteren gekühlten, abgepackten Frischeprodukten vorantreiben. Neben der Identifikation zusätzlicher Wachstumschancen geht es auch darum, bestehende Schwächen in einzelnen Standorten systematisch zu analysieren und zu beheben.
Die Einführung der neuen Struktur ist als mehrjähriger Prozess angelegt und soll bis Ende 2026 vollständig abgeschlossen sein. Innerhalb des Unternehmens wird der Schritt als folgerichtig bewertet. Während einzelne selbstständige Kaufleute in Teilen des erweiterten Frische-Segments bereits überdurchschnittliche Wachstumsraten im höheren einstelligen Prozentbereich erzielen, sehen Verantwortliche in der Zentrale an anderen Standorten noch ungenutztes Entwicklungspotenzial. Eine intensivere Betreuung und klarere Fokussierung auf diese Warengruppen gilt daher als konsequente Maßnahme, um das Wachstum weiter zu dynamisieren.
Bislang arbeitete Rewe nach internen Angaben mit Gebietsmanagern für drei zentrale Bereiche: das Trockensortiment (häufig als „Kolo“ für Kolonialwaren bezeichnet), Obst und Gemüse sowie die Servicetheken inklusive Gastronomie. Insbesondere der Bereich Kolonialwaren – zu dem unter anderem auch Getränke zählen – erreicht einen durchschnittlichen Umsatzanteil von über 50 Prozent und bildete bislang ein breit gefächertes Zuständigkeitsfeld. In der bisherigen Organisation waren dort auch jene Sortimente angesiedelt, die nun im neu geschaffenen Frischebereich gebündelt werden.
Mit der zusätzlichen Spezialisierung reagiert der Händler auf die steigende Komplexität in der Warensteuerung und den wachsenden Beratungsbedarf in den Märkten. Die sechs bundesweiten Regionen im Vollsortimentsgeschäft – ohne die organisatorisch eigenständige Rewe Dortmund – sind jeweils in mehr als zehn Vertriebsgebiete untergliedert. In diesen Strukturen sollen die neuen Funktionen nun verankert werden.
Obwohl die Einführung der neuen Gebietsmanager-Position mit Ausschreibungen verbunden ist und nach Marktinformationen bereits erste Besetzungen erfolgt sind, betont die Unternehmenszentrale, dass die Umstrukturierung insgesamt personalneutral umgesetzt werden soll. Dies werde unter anderem durch interne Umverteilungen und Anpassungen bestehender Zuständigkeiten ermöglicht.
Mit der stärkeren Fokussierung auf Frische und Backwaren unterstreicht Rewe die strategische Bedeutung dieser Warengruppen für die Wettbewerbsposition im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Für die Märkte bedeutet die neue Struktur eine intensivere fachliche Begleitung – und damit die Chance, Wachstumsfelder systematischer zu erschließen.
