Dafür hat sich die Gruppe ein anderes Feld ausgesucht, in dem sie als Vorreiter mitmischen wollen: Digitalisierung und Hightech. Der Konzern nutzt das Jahr, um seine eigenen technologischen Bestrebungen voranzubringen und eine Art Vorreiterrolle innerhalb der Branche zu sichern. Beispielsweise hat es Rewe geschafft, der erste unter den großen deutschen Handelskonzernen zu sein, die einen eigenen Pick & Go-Store für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Darüber hinaus steht die Inbetriebnahme eines selbstfahrenden Kiosks zu Buche und das Unternehmen ist beim aktuellen Rennen um die Vorherschafft der Lieferdienste am Mitmischen.
Die wirtschaftliche Bedeutung dieser verschiedenen Experimentierfelder hält sich zugegebenermaßen noch in Grenzen. Doch bei all dem sollte man nicht vergessen, dass es sich um Zukunftstechnologien handelt, deren Potenzial enorm sein könnte. Widmet sich ein Händler von der Größe Rewes solchen Liebhabereien, lohnt es sich vielleicht die ganze Sache doch etwas ernster zu nehmen. Die Gruppe verfolgt die Projekte zielstrebig und investiert sich auch in die jeweiligen Start-Up-Unternehmen. Beispielsweise sind die Kölner beim israelischen Pick & Go-Dienstleister Trigo wie auch beim Quick-Commerce-Spezialisten Flink eingestiegen.
Investitionen dieser Art haben sich in der Vergangenheit bereits einmal bezahlt gemacht. Rewes Engagement beim Handelssoftware-Anbieter Commercetools hat sich als sehr gutes Investment erwiesen. Vor sieben Jahren sind die Kölner eingestiegen, nun hat die Unternehmensbewertung die Eine-Milliarde-Euro-Grenze überstiegen. In weitere Hoffnungsträger wurde bereits investiert. Darunter zählen unter anderem Unternehmen, die sich um logistische Abwicklung von Online-Bestellungen oder um die Bereitstellung von Payment Tools kümmern. Auch ein Zahlungsdienstleister ist mit dabei.
Das bisweilen starke Kerngeschäft der Gruppe stemmt die anfallenden Kosten für Investitionen in den digitalen Sektor. Selbst im zweiten Jahr der Pandemie bleibt das Unternehmen stabil. Der Gesamtumsatz stieg 2020 auf 75,3 Mrd. Euro (netto), wodurch die Rewe Group zum zweitgrößten Händler Europas aufstieg.
