Rewe Group steigert Investitionen im Ausland

18. Februar 2022 - Die Rewe Group plant sein Engagement im Ausland zu erweitern. Dafür werden die Investitionen aufgestockt

Quelle: Rewe Group/rewe-group.com

Insgesamt sollen bis 2025 jährlich rund 1 Mrd. Euro in die Sparte Handel International gesteckt werden. Damit würden die entsprechenden Investitionen um 20 Prozent erhöht werden. Genutzt werden sollen die Mittel, um das bisherige Geschäft in den verschiedenen Ländern weiter auszubauen. Von Jan Kunath, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Konzerns, heißt es gegenüber der Lebensmittelzeitung: „Wenn ein anderer Händler einen Markt verlassen und sein Geschäft verkaufen will, dann wären wir interessiert“. Entsprechend kann man sich bei der Rewe Group auch vorstellen, die Gelder auch teilweise für Zukäufe zu nutzen.

Für potenzielle Akquisen kämen wohl Discounter und Supermärkte in EU-Ländern aus Mittel-, Süd- und Osteuropa in Frage. Konkret liegen jedoch keine Prüfungen vor. Hauptsächlich sollen die freigegebenen Mittel in das bestehende Geschäft gesteckt werden. Dazu zählen auch Eröffnungen und Erweiterungen neuer Flächen, sowie Investitionen in E-Commerce und die Verbesserung der Logistik.

Zuletzt hat sich die Rewe Group noch von einigen Ländern verabschiedet. Dazu zählt vor allem 2020 die Ukraine, sowie 2021 Russland. Weitere Verkäufe sind jedoch nicht geplant: „Wir haben jetzt die Aufstellung, die mir vorschwebt, eine, in der man das internationale Geschäft mit einer Wachstumsausrichtung führen kann“, heißt es von Kunath gegenüber der Lebensmittelzeitung. Der Plan sieht aktuell ein organisches Wachstum des Bruttoumsatzes International auf über 20 Mrd. Euro vor. Bei Rewe ist man zuversichtlich die Marke zu knacken, vielleicht bereits ein Jahr früher, heißt es.

Die Umsatzzahlen für das letzte Jahr sind noch nicht bekannt. Im Jahr 2020 wurde der Nettoumsatz International um 4,4 Prozent auf 15,9 Mrd. Euro gesteigert. Insgesamt ist das internationale Geschäft für ein gutes Viertel des Gesamtumsatzes des Rewe-Konzerns verantwortlich. Während der Umsatz dem Geschäft im Heimatland noch hinterherhinkt, sieht es bei der Rendite bereits ganz anders aus. Insgesamt kommt rund ein Drittel des Konzernergebnisses aus dem Ausland. Der Vorstand gibt derweil an, dass auch im letzten Jahr alle neun Auslandsmärkte schwarze Zahlen geschrieben haben.

Nachdem zuletzt vor allem Penny in Italien schwächelte, konnte der Kurs wohl mittlerweile wieder korrigiert werden. Jetzt soll nach dieser Phase der Konsolidierung auch wieder eine Expansion erfolgen. Außerdem bieten sich die Märkte in Rumänien und Bulgarien für weiteres Wachstum an. Für Tschechien ist vor allem die Verstärkung der E-Commerce-Aktivitäten geplant.