Rewe Group behauptet Wachstumskurs

24. April 2026 - Die Rewe Group bleibt auf Expansionskurs und sorgt weiterhin für Dynamik im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Insbesondere das klassische Supermarktsegment zeigt zu Beginn des Geschäftsjahres 2026 eine erfreuliche Entwicklung, während einzelne Geschäftsbereiche – allen voran der Discounter Penny in Deutschland – mit Gegenwind konfrontiert sind. Insgesamt erreicht der Konzern neue Umsatzdimensionen, sieht sich jedoch gleichzeitig mit rückläufigen Ergebnissen konfrontiert.

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Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Lionel Souque verzeichneten die deutschen Supermärkte im Vollsortiment bis Ende Februar 2026 ein Umsatzwachstum von 4,6 Prozent und entwickelten sich damit spürbar besser als der Gesamtmarkt. Damit knüpft das Unternehmen an die starke Performance des Vorjahres an und festigt seine Wettbewerbsposition im deutschen Lebensmitteleinzelhandel.

Auch ein Blick auf die vorläufigen Zahlen für 2025 unterstreicht diese Entwicklung: Im deutschen Vollsortiment erzielten die Rewe-Märkte ein Umsatzplus von 3 Prozent auf 32,4 Milliarden Euro (netto). Besonders dynamisch entwickelte sich dabei das Geschäft der selbstständigen Kaufleute, deren Erlöse um 7,2 Prozent auf 20,4 Milliarden Euro zulegten. Laut Souque konnte das Unternehmen dabei auch neue Kundengruppen erschließen, wenngleich die angespannte gesamtwirtschaftliche Lage nicht ohne Auswirkungen geblieben sei.

Auf Konzernebene erreichte die Rewe Group 2025 ein neues Umsatzniveau. Der Gesamtaußenumsatz stieg um 4 Prozent auf 100,4 Milliarden Euro. In Deutschland lag das Wachstum bei 4,6 Prozent auf 69,1 Milliarden Euro, während die internationalen Märkte um 2,7 Prozent auf 31,3 Milliarden Euro zulegten. Ohne Berücksichtigung des Beteiligungsgeschäfts und der Umsätze der Kaufleute belief sich der Konzernumsatz auf 91,1 Milliarden Euro – ein Plus von 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Weniger positiv entwickelte sich hingegen die Ertragslage. Das operative Ergebnis (Ebita) sank um rund 25 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss ging infolge eines Sondereffekts im Vorjahr – einer Steuererstattung – sogar deutlich zurück und lag nur noch bei etwa 525 Millionen Euro. Souque bezeichnete die Ergebnisentwicklung insgesamt als solide, jedoch ohne besondere Ausschläge nach oben.

Als Gründe für den Ergebnisrückgang nennt der Konzern neben gestiegenen Personal- und Sachkosten auch erhebliche Investitionen in neue Kundenbindungsprogramme bei Rewe und Penny. Diese Maßnahmen zeigen jedoch erste Erfolge: Insgesamt nutzen bereits rund 18 Millionen Kunden die Programme, davon etwa 11 Millionen bei Rewe und 7 Millionen bei Penny.

Während das Vollsortiment stabil wächst, bleibt die Entwicklung im Discountsegment differenziert. Penny konnte im deutschen Markt 2025 lediglich ein Umsatzplus von 0,7 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro erzielen und blieb damit hinter der allgemeinen Preisentwicklung im Lebensmittelbereich zurück. Trotz der grundsätzlich steigenden Nachfrage nach günstigen Einkaufsformaten konnte der Discounter hiervon bislang nur begrenzt profitieren. Für das laufende Jahr signalisiert das Management jedoch einen verbesserten Start.

International zeigt sich Penny deutlich robuster: Hier stiegen die Umsätze 2025 um 6,3 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro. Auch das internationale Vollsortiment mit Vertriebslinien wie Billa, Bipa, Adeg und Iki entwickelte sich positiv und erreichte ein Umsatzplus von 3,7 Prozent auf 12,4 Milliarden Euro.

Das Convenience-Segment, insbesondere die Tochter Lekkerland, konnte trotz regulatorischer Einschränkungen im Tabakverkauf in Belgien und den Niederlanden ein leichtes Wachstum von 0,8 Prozent auf 15,3 Milliarden Euro verzeichnen.

Herausfordernd bleibt hingegen das Baumarktgeschäft der Vertriebslinie Toom, das sich dem negativen Markttrend nicht entziehen konnte. Der Umsatz sank hier um 2 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Deutlich positiver präsentiert sich dagegen die Touristik-Sparte: Sie setzte ihren Wachstumstrend fort und steigerte den fakturierten Umsatz um 18 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro.

Insgesamt zeigt sich die Rewe Group damit weiterhin wachstumsstark, steht jedoch vor der Aufgabe, ihre Profitabilität in einem anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld nachhaltig zu sichern.