Gleichzeitig bleibt Picnic ein investitionsintensives Unternehmen. Die Bilanz 2024 zeigt einen deutlichen Umsatzanstieg von 54 Prozent auf 605 Millionen Euro, jedoch einen Nachsteuerverlust von 140 Millionen Euro – fast 20 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Die niederländische Muttergesellschaft hatte der deutschen Tochter 175 Millionen Euro an frischem Kapital bereitgestellt, wobei der Großteil in das automatisierte Fulfillment-Center in Oberhausen floss, das voraussichtlich 2025 in Betrieb genommen wird. Im Juli 2025 erhielt die Picnic GmbH weitere 50 Millionen Euro von der Muttergesellschaft. Im Herbst 2025 sammelte Picnic International dann 430 Millionen Euro ein. Ein wesentlicher Verwendungszweck dieser Kapitalzuflüsse war die weitere Expansion in Deutschland, wodurch der Anteil der Edeka-Beteiligung auf rund 32 Prozent anstieg.
Operativ kennzeichnete 2024 ein Strategie-Change im Personalbereich: Picnic setzt vermehrt auf festangestellte Fahrer statt Leihkräfte. Diese Personalentwicklung treibt die Personalkosten erheblich nach oben – von etwa 51 auf rund 130 Millionen Euro. Die Kostenentwicklung widerspiegelt das Bestreben, die Lieferkette robuster zu gestalten und die Servicequalität zu erhöhen, geht jedoch zulasten der operativen Ergebnislage in der Berichtsperiode.
Insgesamt zeichnet sich das Jahr 2024 durch ein starkes Umsatzwachstum aus, verbunden mit hohen Investitionen und einer deutlich erweiterten Mitarbeitendenbasis. Die weitere Entwicklung wird maßgeblich davon abhängen, wie sich Skaleneffekte, operative Effizienz und die weitere Kapitalzufuhr auf das zukünftige Ergebnis auswirken. Picnic bleibt damit ein wichtiger Akteur im deutschen Lebensmittel-Liefermarkt, der seine Expansionspläne konsequent weiterverfolgt.
