Pepco plant in Deutschland zu expandieren

05. Mai 2022 - In Deutschland tritt mit Pepco ein neuer Wettbewerber in das Segment des Non-Food-Einzelhandels ein. Das Unternehmen betreibt mittlerweile ca. 2.700 Filialen, vor allem in Mittel- und Osteuropa. Nun haben die für ihre aggressive Expansion berüchtigten Polen im Berliner Einkaufszentrum Boulevard Berlin am 28. April ihren ersten Standort in Deutschland eröffnet. Die Filiale ist im UG der Mall platziert und bespielt ca. 550 m² Fläche.

Quelle: Pepco/pepco.eu

Es handelt sich innerhalb des Centers um eine Nebenfläche, die zuletzt leer stand und lediglich für Marketingzwecke genutzt wurde. Das Center selbst liegt jedoch an der Schlossstraße, die eine der meistfrequentierten Einkaufsstraßen Berlins ist. In der sich in unmittelbarer Nähe befindlichen S-Bahn-Station macht Pepco durch Werbemaßnahmen auf sich aufmerksam. 

Mit dem Eintritt in den deutschen Markt ist Pepco nun in 16 europäischen Ländern vertreten. Vorher startete Pepco seine Expansion in Österreich. Innerhalb eines halben Jahres wurden in der Nachbarrepublik 40 Standorte eröffnet. Zusätzlich zum deutschen Markteintritt plant Pepco für dieses Jahr noch den Eintritt in den griechischen Markt. Der Handelsdirektor Aleksandr Cikaidze kündigt gegenüber dem Fachmagazin Textilwirtschaft seine ambitionierten Pläne für Deutschland an: „Wir sagen nur so viel: Wir werden schnell und rasant wachsen“. In der Hauptstadt Berlin sieht Pepco Potenzial für 50 bis 60 Läden. Insgesamt wird für Deutschland als eine grobe Schätzung 1.000 Märkte vorgeschlagen.

Pepco plant als nächsten Schritt die Eröffnung von Standorten in ostdeutschen Städten. Beispielsweise ist ein Mietvertrag für eine Filiale in Chemnitz bereits unterschrieben. Generell wünscht sich das Unternehmen eine Laufzeit von bis zu fünf Jahren mit fünfjähriger Break-Option. In Ausnahmen sind auch andere Laufzeit vorstellbar. Pepco kommt mit Flächen bis zu 800 m² zurecht. 

Grundsätzlich bietet Pepco ein anderes Sortiment als die meisten Non-Food-Discounter hierzulande an. Im Gegensatz zu Konkurrenten wie Tedi, Action, Kodi oder MäcGeiz setzen die Polen auf einen Textilien-Schwerpunkt. Laut der Textilwirtschaft setzt sich das Sortiment zu 45 Prozent aus Dekoration, Haushalt und Spielzeug und zu 55 Prozent aus Textilien zusammen. Besonders auffällig ist die prominente Vertretung von Babykleidung im Sortiment. Patrick Steiger, der Deutschlandchef von Pepco, nennt als weitere potenziellen Wettbewerber H&M, Primark, C&A und Ernsting’s Family. Unter Umständen könnte Pepco auch Takko oder KiK bei dem Kampf um Marktanteile ordentlich Druck machen.

Im aktuellen wirtschaftlichen Klima könnte Pepco seine Stärken ausspielen. Momentan leiden in Deutschland die Konsumenten unter röhrenden Inflationsraten. Entsprechend ist zu erwarten, dass das Preisbewusstsein wieder stärker in den Fokus treten wird. Händler, die den Markt über den Preis angreifen, haben dabei die beste Ausgangsposition. Was jedoch Pepcos Pläne erschweren könnte, sind die geschädigten Lieferketten sowie die gestiegenen Rohstoffpreise. Wer ordentlich expandieren will, muss in vielen Fällen neu bauen. Außerdem werden immer mehr Waren benötigt. Ob sich die aktuellen Umstände unterm Strich positiv oder negativ für Pepcos Expansion erweisen, wird abzuwarten sein.