Pepco passt sein Expansionstempo an

01. Februar 2024 - Der Non-Food-Discounter Pepco, der 2022 mit großen Ambitionen in Deutschland gestartet ist, verlangsamt seine Expansionspläne deutlich. Der Fokus liegt nun darauf, die Rentabilität der bestehenden Filialen zu verbessern. Italien, Spanien und Großbritannien stehen im Mittelpunkt der Expansionsstrategie in Westeuropa.

Quelle: Pepco/pepco.eu

Pepco kündigte an, in diesem Jahr deutlich weniger neue Filialen zu eröffnen als ursprünglich geplant. Der Schwerpunkt liegt nun auf der Verbesserung der Rentabilität und der Cash-Generierung in den etablierten Kernmärkten. In Deutschland ist von einem moderaten, profitablen Wachstum die Rede, mit der Eröffnung einer "zweistelligen Anzahl" neuer Filialen. Zu den geplanten Standorten gehören Kempten (Eröffnung am 1. Februar), gefolgt von Hanau, Eschwege, Freiberg und Wismar. Im Gegensatz dazu hatte Pepco im Mai 2022 noch ein schnelles Wachstum in Deutschland angekündigt und von bis zu 2.000 Filialen gesprochen.

Es scheint, dass die bisherige Leiterin der Expansionsabteilung für Deutschland, Manuela Gräber, nicht mehr für Pepco tätig ist. Auch andere Mitglieder der Abteilung wurden offenbar entlassen. Ob Pepco Deutschland überhaupt noch eine Expansionsabteilung hat, bleibt unklar. Es wird berichtet, dass Daniel Blaumann nun für Immobilienthemen verantwortlich ist. Gerüchte über einen Expansionsstopp oder Rückzug aus Deutschland halten sich bereits seit einiger Zeit in der Immobilienbranche, obwohl Pepco Mitte Dezember einen solchen Stopp noch dementiert hatte.

Pepco eröffnete seine erste deutsche Filiale im Einkaufszentrum Boulevard Berlin am 28. April 2022. Patrick Steiger wurde im September 2021 als Operations Manager von Kaufland geholt, um das Geschäft aufzubauen. Die weitere Expansion verlief zunächst schleppend, erhielt aber nach der Insolvenz des Schuhfilialisten Reno einen Schub. Pepco übernahm zahlreiche Reno-Filialen, darunter in Kamp-Lintfort und Gelsenkirchen. Im Sommer des vergangenen Jahres unterzeichnete Pepco 17 Mietverträge mit ECE über insgesamt 9.500 qm Fläche - alles ehemalige Reno-Flächen. Seitdem wurden keine weiteren Mietverträge zwischen ECE und Pepco abgeschlossen. Die vorerst letzte Filiale eröffnete Pepco im Dezember 2023 im Paunsdorf-Center bei Leipzig, das von Unibail-Rodamco-Westfield (URW) geführt wird. Pepco betreibt derzeit rund 50 Filialen in Deutschland, hauptsächlich in den neuen Bundesländern, Berlin, Dresden, Hamburg und dem Ruhrgebiet.

Die Pepco Group wurde 1990 in England gegründet und eröffnete 2014 ihre ersten Läden in Polen. Das Unternehmen ist an der Börse in Warschau notiert, hat seinen Sitz jedoch in London. Die Pepco Group betreibt Läden in 21 europäischen Ländern unter den Marken Pepco, Poundland und Dealz. Im Jahr 2023 expandierte die Marke Pepco nach Portugal und Griechenland.

Im Geschäftsjahr 2023 erzielte die Pepco Group einen Umsatz von rund 5,6 Mrd. Euro und ein Ebitda von 753 Mio. Euro. Der Schwerpunkt liegt auf Mittel- und Osteuropa, wobei 668 Filialen hinzukamen. Für das Jahr 2024 erwartet die Geschäftsführung ein verhaltenes Expansionstempo mit nur rund 400 zusätzlichen Geschäften, hauptsächlich im Pepco-Format. Polen bleibt der wichtigste Markt, gefolgt von Großbritannien. In Westeuropa stehen im Jahr 2024 neben Großbritannien auch Italien und Spanien im Mittelpunkt der Expansion. Der Hauptaktionär der Pepco Group ist eine Gesellschaft namens Ibex Retail Investments, die von Trusts zugunsten einiger der größten Finanzinstitute der Welt kontrolliert wird.

Pepco bevorzugt Verkaufsräume mit einer Größe von 550 qm bis 600 qm und mietet in Einkaufs- und Fachmarktzentren sowie Geschäftsstraßen. Etwa 60% des Sortiments entfallen auf Textilien, vor allem Kinder- und Babybekleidung. Zu den Wettbewerbern von Pepco zählen Woolworth, Action, Tedi, Kik, Kodi, Thomas Philipps, Rusta, Euroshop, Mäc-Geiz, Centershop, Pfennigpfeiffer, Ernsting's Family und Takko.