Penny unter neuer Führung

05. April 2024 - Eineinhalb Jahre nach Amtsantritt von Stefan Görgens als Chef von Penny zeigt sich seine Handschrift deutlich. Görgens rückt von prestigeträchtigen Projekten ab und konzentriert sich auf das Kerngeschäft des Rewe-Discounters, der zwar weiter wächst, aber zuletzt an Schwung verloren hat.

Quelle: Wikimedia Commons

Penny Deutschland steht vor neuen Herausforderungen. Trotz eines neuen Umsatzrekords verlangsamt sich das Wachstumstempo. Die Rewe-Tochter konnte im Jahr 2023 die Erlöse um fast 9 Prozent steigern und steuerte auf einen Umsatz von etwa 9,5 Milliarden Euro zu. Dennoch bleibt Penny im Vergleich zu den relevanten Wettbewerbern im Discount-Bereich zurück. Der Start ins Jahr 2024 zeigt ein moderates Wachstum von rund 5 Prozent, während 2023 noch zweistellige Wachstumsraten erzielt wurden, unterstützt durch hohe Werbeausgaben zum Jubiläum.

Görgens, der seit rund 18 Monaten an der Spitze steht, hat Penny frühzeitig auf ein schwierigeres Marktumfeld vorbereitet. Zahlreiche Initiativen seines Vorgängers Stefan Magel wurden stillschweigend zurückgenommen oder eingestellt. Besonders betroffen sind Prestigeprojekte, die nicht direkt zum Kerngeschäft beitragen.

Im Bereich E-Commerce hat Görgens die Expansion stark eingeschränkt. Penny, der erste deutsche Discounter mit einem Lieferdienst, hat diesen Service auf ein Minimum reduziert. Die Partnerschaft mit Bringoo wurde deutlich verkleinert und ist jetzt nur noch in Hamburg aktiv. Auch die Zusammenarbeit mit Wolt ist auf Düsseldorf, München und Frankfurt beschränkt. Pläne für eine weitere Expansion und die Einführung eines Abholdienstes wurden verworfen.

Laut interner Quellen glaubt Görgens nicht, dass Discounter in naher Zukunft profitabel im E-Commerce-Bereich agieren können. Ähnlich sieht es bei den Smart Stores aus: Die geplante Eröffnung eines unbemannten Stores wurde fallen gelassen. Görgens legt Wert darauf, dass die Digitalisierung das stationäre Kerngeschäft unterstützt, insbesondere in den hinteren Bereichen der Filialen.

Der Fokus liegt jetzt auf der Verbesserung der bestehenden Verkaufsflächen. Das Markthallen-Konzept, das Penny einführte, um das Filialnetz zu modernisieren und das für hohe Umsätze sorgte, stößt auf kleineren Flächen an seine Grenzen. Das Team von Görgens arbeitet jedoch weiter an einer optimierten Lösung.

Mit diesen Maßnahmen will Penny unter Görgens' Führung seine Kernkompetenzen stärken und sich auf das Wesentliche konzentrieren, um auch in einem rauer werdenden Marktumfeld erfolgreich zu bleiben.