Penny treibt Retail Media voran

05. Juli 2024 - Penny modernisiert seine Filialen und folgt dabei dem Vorbild der Rewe Group, indem die Hälfte der Läden mit digitalen Stelen ausgestattet wird – der Rollout hat bereits begonnen.

Quelle: Wikimedia Commons

Die Rewe Group erweitert ihr Retail-Media-Angebot auf Penny, sodass Unternehmen nun auch beim Discounter Werbeflächen buchen können. Dieses Konzept, das bereits in Rewe-Supermärkten erfolgreich umgesetzt wird, kommt nun auch bei Penny zum Einsatz.

Rewe ist in Deutschland führend im Bereich Retail Media. Der Händler hat über 3000 Märkte mit digitalen Stelen ausgestattet, auf denen Werbekampagnen platziert werden können. Diese Kampagnen werden gezielt nach Bundesländern, Städten, Postleitzahlengebieten oder Rewe-Regionen gesteuert und die Werbung wird nur in den Märkten angezeigt, in denen die beworbenen Produkte verfügbar sind.

Nun überträgt die Rewe Group dieses Konzept auf Penny. Auf der Veranstaltung „Rewe Retail Media Xperience“ wurde dies 2023 erstmals angekündigt und nun werden die Pläne konkret umgesetzt. Die Hälfte der 2200 Penny-Filialen wird mit Werbescreens nach dem Vorbild von Rewe ausgestattet. Christian Raveaux, Head of Customer Insights & Media bei Rewe, erklärte im „Handelsblatt“, dass in jeder Filiale vier bis fünf Monitore installiert werden sollen. Die Kosten für jede Stele betragen mehrere tausend Euro.

Laut einem Rewe-Sprecher befindet sich der Rollout bereits in der nationalen Phase. Bis Ende des Jahres sollen rund 200 Penny-Märkte mit den Stelen ausgestattet sein. Der Vorteil für Händler und Hersteller liegt darin, dass sie Kunden direkt am Point-of-Sale ansprechen können. Dies soll mit minimalen Streuverlusten möglich sein. „Mediaagenturen erhalten wertvolle zusätzliche Insights über die Kundenstruktur und können ihre Kampagnen sehr präzise aussteuern“, so der Sprecher.

Rewe nutzt für seine Retail-Media-Infrastruktur ein Ökosystem aus verschiedenen Datenquellen, wobei der eigene Online-Shop und die Rewe-App von zentraler Bedeutung sind. Die dabei anfallenden First-Party-Daten können für das Targeting bei Retail-Media-Kampagnen genutzt werden. Der Kölner Händler ermöglicht es Werbekunden seit Kurzem, auf Basis echter Käuferdaten aus seinem Shop auch auf externen Webseiten, in Apps, auf Connected-TV, Digital-Audio und digitaler Außenwerbung zu werben. Penny hat zwar keinen eigenen Online-Shop mehr – dieser wurde am 1. Januar 2022 eingestellt –, verfügt aber über eine App, die bei der Kundenbindung und Aktivierung „jetzt schon eine wichtige Rolle unabhängig vom Ausbau der digitalen Stelen“ spielt, heißt es aus Köln.

Retail Media zählt derzeit zu den vielversprechendsten Marketingthemen. Neben der Rewe Group bieten auch die Schwarz-Gruppe und Edeka entsprechende Lösungen an. Laut dem Interactive Advertising Bureau (IAB) soll der europäische Gesamtumsatz mit Retail Media bis 2026 auf etwa 22 Mrd. Euro ansteigen. Der Markt wird dabei von Amazon dominiert, das schätzungsweise rund 80 Prozent des Marktes kontrolliert.