In den vergangenen Jahren hat Penny das Großteilnetz in Deutschland einer umfassenden Überarbeitung unterzogen. Der Discounter hat bereits 1.600 Standorte auf das neue Vertriebskonzept umgestellt. Mit dem Fokus auf ein einheitliches Erscheinungsbild streben die Kölner eine konsistente Markenpräsenz über das gesamte Netz hinweg an. Größere Filialen orientieren sich am sogenannten Markthallen-Format, während kleine bis sehr kompakte Märkte unter 500 Quadratmetern ein flexibles Kleinflächenkonzept nutzen. Ein Expansionsmanager hebt hervor, dass dieses kompakte Format auch in kleinen Läden Raum für ein überzeugendes Konzept lasse. Bis zu 100 weitere Konzeptanpassungen sind in diesem Jahr geplant.
Viele der verbleibenden rund 400 Penny-Märkte sollen in den kommenden Jahren neu gebaut oder verlagert werden. Bis dahin bleibt das vorhandene Standortnetz größtenteils unverändert.
Eine von Nielsen IQ für die LZ erstellte Analyse verdeutlicht den Umfang der Portfolioüberarbeitung: Seit 2020 schloss Penny rund 220 Filialen. Da jedoch nur ca. 180 Märkte neu eröffnet wurden, liegt die aktuelle Filialanzahl bei rund 2.136 Standorten. Im Vergleich dazu betrug die Standortzahl 2020 noch circa 2.172. Diese Struktur erklärt teilweise die jüngsten, moderaten Umsatzanstiege: Der Umsatz wird nun mit weniger Filialen erzielt. Entscheidende Treiber für die Stabilisierung waren die Optimierung der Bestandsmärkte und deren Aufwertung.
Seit 2019 steigt der durchschnittliche Umsatz pro Penny-Filiale kontinuierlich an und liegt zuletzt bei rund 4,6 Mio. Euro. Die positive Entwicklung macht jetzt auch einen moderaten Zuwachs beim Filialbestand plausibel.
Der Expansionsfluss bei Netto nimmt zu, da der Konkurrenzdruck durch Penny im Kölner Marktumfeld intensiver wird. Aldi und Lidl bleiben bei vielen Konsumenten die primären Einkaufsziele, während Penny und Netto verstärkt um Ergänzungskäufer konkurrieren.
Netto hat in den letzten Jahren das Tempo erhöht, um das Netz von mehr als 4.300 Filialen modern zu gestalten. Geplant sind 65 Neueröffnungen sowie über 400 Modernisierungen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Im kommenden Jahr steht eine weitere Herausforderung an: Die Integration von mindestens 60 ehemaligen Tegut-Märkten. Dadurch würde Netto auf über 4.400 Lebensmittelfilialen anwachsen, zu denen rund 100 Netto-Getränkemärkte kommen würden.
Laut Nielsen IQ steigt die Zahl der Discounter insgesamt weiter. Haupttreiber sind Netto und Lidl, die ihr Filialnetz weiter ausbauen. Die Zahl der Markenschließungen lag im vergangenen Jahr auf dem geringsten Niveau seit über einem Jahrzehnt. Die Branche stabilisiert sich damit bei rund 15.800 Standorten, die durch Ausbau und Neubau zugleich wachsen.
Alle Anbieter forcieren größere Verkaufsflächen. Penny bleibt mit durchschnittlich rund 750 Quadratmetern pro Filiale einer der Anbieter mit den kleineren Durchschnittsgrößen. Im Vergleich dazu weisen Aldi und Lidl Flächen von durchschnittlich mindestens 950 Quadratmetern pro Standort auf.
