Penny-Chef Stefan Görgens sieht die Lösung in einer Konzentration auf das Kerngeschäft und verschiebt Projekte wie Click & Collect, Lieferdienste und E-Commerce auf der Prioritätenliste nach hinten. Die Stärkung des stationären Handels steht nun im Vordergrund, unterstützt durch die Weiterentwicklung des Markthallen-Konzepts und profitablere Modelle für kleinere Flächen.
Penny zeigt durch die Zurückhaltung bei kostspieligen Experimenten wie Lieferdiensten, Click & Collect oder E-Commerce ein positives Zeichen. Der Rewe-Discounter, der jahrelang darum kämpfen musste, den Anschluss an die Konkurrenz zu finden, konzentriert sich nun auf das Wesentliche: nachhaltige Profitabilität der stationären Märkte. Dies erfordert eine konsequente Verbesserung des Sortiments, gezielte Werbung über alle Kanäle, wettbewerbsfähige Preise und Kostenstrukturen, die mit denen von Aldi und Lidl konkurrieren können.
Die Herausforderung besteht darin, dass der Durchschnittsumsatz pro Filiale noch immer um mehr als 3 Millionen Euro niedriger ist als bei Aldi und Lidl. Die Umsatzsteigerungen der letzten Jahre waren teilweise durch Sondereffekte und Inflation getrieben. Stefan Görgens, der intern früh als Mahner wahrgenommen wurde, stellt sicher, dass der Discounter sich nicht auf zweistellige Zuwächse im Jahr 2024 verlässt. Ein regelmäßiger Blick auf die Kennzahlen ist wichtiger als risikoreiche Projekte mit ungewissem Ausgang. Penny kann sich keine teuren Fehlschläge leisten.
Ein profitables stationäres Geschäft ist die Basis für Investitionen in ergänzende Geschäftsfelder wie Click & Collect und Lieferservices. Diese können zwar als Serviceleistungen eine wichtige Funktion erfüllen, aber kein Händler kann sich Angebote leisten, die mehr kosten als sie einbringen. Penny testet solche Projekte in kleinem Maßstab und beobachtet die Entwicklungen der Marktführer.
Penny-Management hat es geschafft, über einen längeren Zeitraum eine Umsatzdynamik zu erreichen, die mit den besten Discountern mithalten kann. Auch die öffentliche Wahrnehmung hat sich verbessert. Dennoch bleibt viel Arbeit zu erledigen. Aldi und Lidl halten den Druck hoch, insbesondere mit ihren erheblichen Marketingbudgets. Penny muss daher die Produktivität der bestehenden Flächen weiter steigern. Das Markthallen-Konzept spielt dabei eine wichtige Rolle. Zusätzlich braucht Penny eine Lösung für kleinere Flächen, um auch in diesem Bereich wettbewerbsfähig zu bleiben.
Mit dieser strategischen Neuausrichtung und dem Fokus auf die Stärkung des Kerngeschäfts setzt Penny wichtige Akzente für die Zukunft und bleibt ein ernstzunehmender Spieler im hart umkämpften Discounter-Markt.
