Orsay kündigt drohende Schließungen an

24. März 2022 - Die in Schieflage geratene Modekette Orsay befindet sich aktuell in einem Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung. Ende Februar wurden bereits Schließungen von 79 Filialen bis Ende April angekündigt. Das würde in etwa einer Ausdünnung des Filialnetzes um ca. 40 Prozent entsprechen. Insgesamt werden 197 Filialen betrieben.

Quelle: Orsay/Wikimedia Commons

Nun wird die Lage bei Orsay noch einmal angespannter. An die Vermieter der Filialen, die eigentlich weiterbestehen bleiben sollten, sind nun Schreiben rausgegangen, die bereits eine potenzielle Kündigung zum 30. Juni ankündigen. Dies würde unter der Prämisse geschehen, dass Orsay bis dahin keinen neuen Investor ausfindig machen kann. Bisher ist die Suche erfolglos geblieben.

Die Umsätze der meisten Orsay-Filialen waren bereits in den letzten Jahren sukzessive gesunken. Die Schließungen im Zusammenhang mit den Corona-Maßnahmen verstärkten noch einmal die Ausrichtung dieses Trends. Im Zuge von angekündigten Sanierungsbemühungen sind einige Vermieter bereits ordentlich bei der Miethöhe entgegengekommen. Es heißt, dass die Mietreduzierungen teilweise um bis zu zwei Drittel ausgefallen sind. Zusätzlich dazu hat das Unternehmen auch finanzielle Unterstützung von staatlicher Seite erhalten. Der 33 Mio. Euro umfassende Kredit des staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds hat die Mode-Kette jedoch bisher nicht vor dem weiteren Absturz bewahrt. 

Ob es tatsächlich zu den angekündigten Kündigungen kommen wird, bleibt bisher noch offen. Vieles wird davon abhängen, ob noch kurzfristig ein passender Investor gefunden werden kann. Das wird jedoch mit jedem verstreichenden Tag unwahrscheinlicher. In einigen Filialen wurde vorsichtshalber bereits mit dem Räumungsverkauf begonnen.