Die Idee, Platz für Top-Produkte zu schaffen, indem Altware aus dem Sortiment genommen wird, ist vernünftig. Jedoch sollte Obi den Druck, unter dem das neue Führungsteam steht, nicht ausschließlich auf die Lieferanten abwälzen. In schwierigen Zeiten verlangt das Unternehmen bereits viel von seinen Lieferanten, was zu Verärgerung einiger Hersteller führt. Diese müssen nun entscheiden, ob sie in die zukünftige Zusammenarbeit mit Obi investieren wollen, trotz geringerer Produktionsauslastung und unter Umständen weniger vorteilhaften Gesamtkonditionen.
Es ist wichtig, dass Obi die Lieferanten aktiv in den Prozess einbindet und ihnen Unterstützung bietet, anstatt allein auf sie zu setzen. Die Transformation erfordert eine Partnerschaft zwischen Industrie und Handel, insbesondere angesichts der Auswirkungen der Inflation auf beide Seiten. Das neue Konzept von Obi stellt eine Wette auf die Zukunft dar, da die Umsätze weiter sinken könnten, wenn Kunden die gesuchten Produkte nicht mehr im Obi-Markt, sondern bei der Konkurrenz finden. Die erfolgreiche Umstellung auf den Online-Shop wird Zeit und Zusammenarbeit erfordern, während die bestehende Partnerschaft zwischen Industrie und Handel momentan auf die Probe gestellt wird.
