Das Norma-Management verfügt über eine solide finanzielle Basis, um den künftigen Kurs des Unternehmens gestalten zu können. Seit Jahren ist die Führung des Unternehmens stabil. Seit dem Tod des Firmengründers Manfred Roth vor elf Jahren konnte Norma jedes Jahr ein Umsatzplus verzeichnen. Pro Filiale liegen die Umsätze mittlerweile bei knapp über 3 Millionen Euro (brutto) pro Jahr. Das ist zwar weniger als bei der Konkurrenz, jedoch ca. 1 Millionen Euro höher als es noch 2010 war.
Bei Norma zählt nur das Wesentliche. Unter den Discountern fährt niemand einen so sparsamen Kurs bei dem Mietniveau. Bei so einem strengen Regiment über die Kostenstruktur fällt die Aufwertung des Konzepts eher behutsam aus. Jedoch wird an verschiedenen Bereichen wie Sortiment, Logistik und nicht zuletzt Expansion weitergearbeitet. Vorstandschef Gerd Köber fast die Philosophie von Norma zusammen: „Wir machen eine Evolution und keine Revolution“.
Während Aldi und Lidl den Harddiscount hinter sich gelassen haben, verbleibt Norma als letzter Akteur bewusst in dieser Nische. Die behutsamen optischen Aufbesserungen orientieren sich an dem zeitgemäßen Discounter-Standard, den Aldi und Lidl geprägt haben. Das bedeutet vor allem, dass die gelblichen Bodenfließen durch graue ersetzt werden, Regale anthrazitfarben daherkommen und die orangen Leisten für Preisschilder durch graue ersetzt werden. Norma folgt den Branchentrends immer mit ein wenig Verzögerung, um sich die kostspieligen Experimente zu sparen, die es bedarf, um den nächsten prägenden Gestaltungsstil zu identifizieren.
Wo sich Norma gegenüber der Konkurrenz absetzt, ist das regionale Angebot. Der Händler macht entsprechende Angebote für Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Ostdeutschland und respektiert sogar den Unterschied zwischen Franken und Bayern. So können Produkte gelistet werden, mit denen sich häufig noch ein wenig zusätzliche Marge generieren lässt. Für Produkte, die nicht durch Aldi angeboten werden, gilt eben auch kein Aldi-Preisdruck. Bei den Markenprodukten kann sich Norma jedoch nicht wegducken. Hier gilt es über wettbewerbsfähige Aktionspreise bei beispielsweise Coca-Cola oder Milka nicht den Anschluss zu verlieren.
