So stellte beispielsweise der Bochumer Importeur Gebra Nonfood Handelsgesellschaft mbH & Co. KG einen Antrag auf Durchführung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung. Das zuständige Amtsgericht Bochum hat dies auch auf eine Anfrage der Lebensmittelzeitung bestätigt. Die Rechtsanwältin Dorothee Madsen wurde zur vorläufigen Sachwalterin bestellt.
Beim Discountgeschäft werden die Margen knapp kalkuliert. Das bedeutet für Importeure, dass stark steigende Frachtkosten jede Kalkulation über den Haufen werfen. Ohne ein ordentliches finanzielles Polster kann es in einer solchen Situation ganz schnell eng werden. Ein Mittelständler beschwert sich gegenüber der Lebensmittel Zeitung: „Wenn Sie Millionenbeträge an Frachtkosten extra bezahlen müssen, dann kommt darauf auch noch der Zoll“. Zu allem Überfluss nehmen Händler verspätete Waren unter Umständen gar nicht mehr an und bestehen auf ihr Rückgaberecht.
Doch das kann auch nach hinten los gehen. Geraten mehr und mehr Importeure in die Schieflage, wird sich das irgendwann in Form von Lücken in den Regalen der Händler bemerkbar machen. Aldi Nord weicht beispielsweise von seinem ursprünglich harten Kurs ab. Die Ausschreibungen werden verändert: Preisaufschläge werden prozentual an die Frachtkosten gekoppelt. Letztlich ist es für Importeure und Händler im gemeinsamen Interesse eine einvernehmliche Lösung zu finden.
