Neues Wachstum für Edeka in Nordbayern-Sachsen-Thüringen

03. Juli 2026 - Die Edeka-Region Nordbayern-Sachsen-Thüringen beschleunigt ihre Expansionspläne und verzeichnet im ersten Halbjahr Umsatz- und Absatzsteigerungen sowie einen gain beim Marktanteil – nach einem eher schwächeren Vorjahr 2025. Gleichzeitig lasteten jedoch größere Bau- und Logistikprojekte auf dem Ergebnis.

Quelle: EDEKA/verbund.edeka

Seit diesem Jahr erfolgt die Belieferung der 30 Dresdener Märkte nicht mehr durch Bela, sondern durch Edeka Nordbayern. Die Folge: Der Marktanteil der Region stieg laut Daten von Trade Dimensions von 19,8 Prozent im Oktober 2025 auf zuletzt 20,1 Prozent im März 2026. Der Trend soll anhalten: Vorstandssprecher Sebastian Kohrmann plant bis Ende 2027 die Anspeisung von mehr als 125 Märkten. Im kommenden Jahr soll zudem Leipzig als weiteres Konsumentengenossenschaftsmitglied aufgenommen werden und damit erneut Marktanteile gewinnen. Darüber hinaus plant die Region, ergänzend zu eigenen Neueröffnungen 15 Tegut-Filialen im Umfeld von Nürnberg/Erlangen, Jena und Würzburg zu übernehmen – vorbehaltlich kartellrechtlicher Zustimmung. Ziel: Die Bruttoumsatzschwelle von sechs Milliarden Euro im Jahr 2027 überschreiten.

Im Geschäftsjahr 2025 lag der Brutto-Einzelhandelsumsatz im Vergleich zum Vorjahr nur moderat im Plus: 2,4 Prozent insgesamt bzw. auf flächenbereinigter Basis 1,7 Prozent auf 5,52 Milliarden Euro. Die von Kaufleuten betriebenen 697 Märkte steigerten ihren Umsatz um 2,2 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. Der Konzernaußenumsatz – Großhandel, Edeka Foodservice, Produktion sowie Regie-Einzelhandel – wuchs um 1,2 Prozent auf 4,84 Milliarden Euro.

Klarer Rückgang beim Vorsteuerergebnis Das Vorsteuerergebnis der Region lag 2025 bei 85 Millionen Euro, rund 23 Prozent niedriger als im Vorjahr. Kohrmann führt den Rückgang vor allem auf mehrere hohe Einmaleffekte im Geschäftsjahr 2024/25 zurück: Unter anderem wurden das Logistikzentrum Marktredwitz sowie die neue Frische-Manufaktur in Hirschaid betriebsbereit gemacht und vier ältere Logistik- bzw. Produktionsstandorte geschlossen. Für das laufende Jahr rechnet Kohrmann erneut mit Belastungen durch Parallelbetrieb in einstelliger Höhe von Millionen, erwartet jedoch zugleich Einsparungen durch die neuen Lagerstrukturen. Die Reduktion bei Personalaufwand in Logistik sei ab Herbst 2026 spürbar; insgesamt wurden in der Region durch Umstrukturierung rund 400 Stellen abgebaut.

In den vergangenen Jahren flossen rund 1,4 Milliarden Euro in Großprojekte. Die Nettoverschuldung lag zuletzt bei rund 360 Millionen Euro. Kohrmann plant künftig jährliche Tilgungen in Höhe von etwa 40 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote der Region betrug zuletzt rund 52 Prozent.

Der Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte zuletzt um 14 Prozent gesteigert werden. Kohrmann betont, dass das konsumorientierte, deflationäre Einkaufsverhalten trotz Herausforderungsphasen zu einem Gegenwind für Vollsortimenter geworden sei. Trotzdem bleibe man zielstrebig: Man arbeite daran, Absatz, Umsatz, Rohgewinn und damit die Rendite im Einzelhandel weiter zu erhöhen.