Neue Logistikbasis treibt weitere Expansion in Spanien voran

31.07.2026 - Müller setzt Wachstumsimpulse in Spanien fort und verlegt die Logistik näher an die Märkte. Das Ulmer Handelsunternehmen hat jüngst ein neues Zentrum in Cheste im Großraum Valencia offiziell eröffnet und bewertet dies als zentralen Baustein seiner Wachstumsstrategie auf dem spanischen Festland. Von dem Standort aus sollen künftig Filialen im Großraum Valencia sowie rund um Madrid beliefert werden. Aktuell betreibt Müller zwei Standorte auf dem spanischen Festland und 16 weitere auf Mallorca. Für die nächsten zwei Jahre plant das Unternehmen nach Informationen aus Branchenkreisen eine Expansion von bis zu fünf Filialen pro Jahr – sowohl in den Ballungsräumen Valencia und Madrid als auch auf den Balearen. Das ambitionierte Ziel liegt damit etwas unter den ursprünglichen Planungen von vor knapp zwei Jahren, als man von fünf bis sieben Neustandorten pro Jahr gesprochen hatte.

Quelle: Müller Handels GmbH & Co. KG/ Wikimedia Commons

Der Transport der Waren erfolgt weiterhin zentral über den Hafen Valencia, von dem aus auch die Lieferrouten nach Mallorca abgewickelt werden. Die Zentralisierung der Logistik soll die Lieferzeiten verkürzen und die Flexibilität erhöhen. Das neue Zentrum in Cheste versorgt unter anderem die Ulmer Zentralverwaltung.

Geschäftsentwicklung in Spanien zeigt Aufwärtsimpulse. Im Geschäftsjahr 2024/25 – dem Zeitraum, in dem die 18. Filiale in Spanien eröffnet wurde und das Unternehmen 289 Mitarbeitende beschäftigte – legte der Nettoumsatz gegenüber dem Vorjahr um 9,6 Prozent auf 65,9 Mio. Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank auf rund 5,5 Mio. Euro, was eine EBIT-Marge von 8,3 Prozent ergibt. Gegenüber dem Geschäftsjahr 2022/23 mit einer EBIT-Marge von 14,7 Prozent bedeutet dies einen deutlichen Rückgang. Branchenkenner führen den Rückgang auf Investitionen in die Erschließung neuer Standorte sowie gestiegene Beschaffungskosten zurück. Die Eigenkapitalquote stieg leicht auf 42,8 Prozent. Auf Nachfrage blieb Müller zu den spanischen Zahlen ohne ausführliche Stellungnahme.

Insgesamt hat Müller 2024/25 erstmals die Umsatzgrenze von 5 Milliarden Euro netto überschritten. Das Umsatzplus betrug 4,4 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro. Alle neun Länder trugen hierzu bei, am stärksten Deutschland, Österreich und Kroatien. Insgesamt wurden 13 neue Filialen eröffnet.

In den Segmenten Drogerie, Parfümerie und Spielwaren lagen die Zuwächse vorne. Drogerieumsätze wuchsen ca. 5 Prozent auf 1,98 Milliarden Euro, Parfümerie um rund 3 Prozent auf 960 Mio. Euro und Spielwaren um etwa 4 Prozent auf 702 Mio. Euro. Die Umsatzentwicklung entsprach damit den Erwartungen des Konzerns.

Beim EBIT konnte Müller die ursprüngliche Prognose nicht erfüllen. Das EBIT schrumpfte um rund 24 Prozent auf ca. 198 Mio. Euro, während die EBIT-Marge auf 3,8 Prozent zurückging. Als Ursachen nannte das Unternehmen höhere Personalkosten infolge Tariferhöhungen sowie gestiegene Werbe- und Mietaufwendungen. Die Eigenkapitalquote lag bei 62,8 Prozent.

Zum Abschluss des Geschäftsjahres 2025/26 wollte Müller keine ausführliche Stellungnahme abgeben. Man rechnet beim Umsatz mit einem moderaten Plus im mittleren einstelligen Bereich, getragen von der weiteren Expansion.