Demzufolge könnten bis zu vier Standorte per Zukauf durch Hornbach in das Portfolio des Konzerns aufgenommen werden, darunter ein Standort im Großraum Berlin. Unter den bereits zur Übernahme vorgesehenen Objekten befindet sich laut Unternehmensangaben lediglich einer, der nicht bereits an Obi oder Bauhaus geht und in Falkensee nahe der Hauptstadt gelegen ist. Dort handelt es sich um den größten Hellweg-Standort mit mehr als 20.000 Quadratmetern Verkaufsfläche.
Auch die Kooperation Hagebau soll laut LZ-Informationen Anteile an bestimmten Filialen beider Vertriebswege übernehmen. Branchenkenner spekulieren zudem, dass Globus Baumarkt vereinzelt Zugriffe auf einige Flächen erhalten könnte. Im Gegensatz dazu hält sich Toom, die Tochter von Rewe, in der gegenwärtigen Runde zurück. Obi hat angekündigt, weitere bis zu sieben Märkte übernehmen zu wollen, wobei bereits einige dieser Standorte von Mitbewerbern angeboten worden sein sollen.
Offenbart bleibt, dass für viele Filialen in der aktuellen ersten Verhandlungsrunde noch keine Angebote eingegangen sind. Die Betreiber der Baumarktketten richten ihre Strategien darauf aus, mit den Vermietern Erhöhungen oder neue Anschlussmieten zu verhandeln. Ein ehemaliger Hellweg-Standort in Gelsenkirchen mit rund 13.000 Quadratmetern Verkaufsfläche, der außerhalb des derzeitigen Verkaufsprozesses von Bauhaus akquiriert wurde, soll Mitte September unter der Flagge von Bauhaus eröffnet werden.
Experten sehen in der anstehenden Marktbereinigung längst überfällige Bewegungen: Große Händler würden gezielt einzelne, lohnende Standorte auswählen und sich von weniger profitablen Bereichen trennen. In diesem Kontext werteten Branchenkenner die Entwicklung als eine notwendige Konsolidierung des Marktes, wobei sich Leistungsstarke verstärkt auf Kernstandorte konzentrieren.
Die Inhaberfamilie Semer verfolgt derweil eine eigenständige Zukunftsstrategie für ihr Gartencenter-Geschäft. Im August hat sie hierzu die Plantiflor GmbH & Co. KG gegründet, hinter der die Familie Semer in unterschiedlichen Konstellationen steht. Gesellschaftliche Beteiligungen verteilen sich demnach wie folgt: Markus Semer hält die Mehrheit mit 51 Prozent, Reinhold Semer liegt bei 9 Prozent, Katharina Semer besitzt 20 Prozent und Franziska Semer weitere 20 Prozent der Anteile. Ziel der neuen Struktur ist die Weiterführung der sieben Gartencenter der Gruppe, wobei die Eigentümerfamilie eine klare Trennung vom operativen Baugewerbe betonen möchte.
