Netto Marken-Discount erzielt stabiles Ergebnis

03. Mai 2024 - Netto Marken-Discount, Teil der Edeka-Gruppe, konnte im Geschäftsjahr 2023 seine Ergebnisse trotz der Herausforderungen durch hohe Inflation stabilisieren und leicht verbessern. Die vier Geschäftsleiter Ingo Elbs, Heiko Kordmann, Claus Leitl und Martin Schnellinger erzielten einen Jahresüberschuss von rund 300 Millionen Euro. Obwohl die Umsätze aufgrund der Inflation stark anstiegen, führte dies nicht zu einem signifikanten Gewinnsprung, was auch bei Wettbewerbern wie Aldi Süd zu beobachten war.

Quelle: Wikimedia Commons

Im Jahr 2023 stieg das Ebit von Netto um 8 Millionen Euro oder etwa 2 Prozent auf 355 Millionen Euro. Bei einem Umsatz von 17,1 Milliarden Euro, der um 8,5 Prozent wuchs, sank die Ebit-Marge jedoch leicht auf 2,1 Prozent. Netto erklärte, dass Kunden angesichts der hohen Inflation vermehrt zu günstigeren Produkten griffen. Als „diskontierender Supermarkt“ mit einem breiten Sortiment von rund 5.000 Artikeln konnte Netto den Kunden eine Vielzahl preiswerter Alternativen bieten.

Obwohl Netto prozentual stärker wuchs als die Edeka-Supermärkte, konnte der Discounter nicht so stark von der Sonderkonjunktur im Discount-Sektor profitieren wie Aldi und Lidl, die laut Marktforschern um 11 bis 13 Prozent zulegten. Wichtiger für Netto war jedoch der Gewinn an Marktanteilen und Kunden. Der Marktanteil stieg von unter 8 Prozent im Vorjahr auf 8,1 Prozent, und die Kundenanzahl erhöhte sich um fast 2 Prozent auf über 26 Millionen.

Netto expandierte im Jahr 2023 stärker als im Vorjahr und eröffnete 45 neue Filialen, womit das Filialnetz auf 4.349 Standorte wuchs. Die Umsätze pro Filiale stiegen flächenbereinigt um 7,5 Prozent, obwohl Netto mit einem durchschnittlichen Umsatz von 3,9 Millionen Euro pro Filiale hinter Aldi und Lidl zurückbleibt. Neue, tendenziell größere Standorte sollen diese Kennzahl verbessern.

Zusätzlich arbeitet Netto kontinuierlich an der Kosteneffizienz. Die Lagerinfrastruktur wird modernisiert und ausgebaut, und der Rollout elektronischer Preisschilder wurde im April abgeschlossen, was erhebliche Effizienzvorteile bringt. Diese Investition belief sich auf einen dreistelligen Millionenbetrag in den letzten zwei Jahren.

Netto spielt eine entscheidende Rolle innerhalb der Edeka-Gruppe, insbesondere bei Einkaufsverhandlungen, da das steigende Umsatzvolumen der Tochtergesellschaft positive Auswirkungen auf die Konditionen bei Lieferanten hat. Zudem kann Netto Neulistungen und Bestellstopps schneller umsetzen als die Edeka-Supermärkte.

Im Onlinegeschäft zeigte Netto im Jahr 2023 eine bemerkenswerte Dynamik, mit einem Umsatzanstieg um 30,6 Prozent auf 191 Millionen Euro. Besonders Balkonkraftwerke trugen zu diesem Wachstum bei, da Netto diese schneller und günstiger anbot als viele Baumärkte in Deutschland.

Netto Marken-Discount zeigt somit, wie ein Discounter trotz wirtschaftlicher Herausforderungen durch strategische Expansion und Kosteneffizienz ein stabiles und leicht wachsendes Ergebnis erzielen kann.