So wurden nicht nur mehrere regionale Auslandsaktivitäten versilbert, sondern auch die Kaufhof-Warenhäuser. Letztes Jahr erfolgte dann noch die Abspaltung der Elektromarktsparte. Der Schuldenstand der Metro konnte durch die Verkäufe um rund 5 Mrd. Euro verringert werden. Koch äußert sich in diesem Sinn zum Verkauf von real: "Der Verkauf von real ist der letzte Schritt vom Konglomerat hin zu einem reinen Großhändler. Dort kommen wir her und dorthin kehren wir zurück."
Für wie viel real am Ende den Besitzer wechseln wird ist schwer zu schätzen. Klar ist jedoch, dass es der Metro einiges einbringen wird, denn 65 der 279 real-Standorte sind im Eigenbesitz, dazu kommen betriebliche Nebenflächen und Center, in denen real Hauptmieter ist. Die rund 80 Liegenschaften haben einen Buchwert von etwa 900 Mio. Euro. Vor allem verfügen viele der Standorte über Baurechte, die in dieser Form heute vielerorts nicht mehr genehmigt werden würden, wodurch ein vielsprechendes Entwicklungspotential vorhanden ist.
Die meisten Märkte liegen in westdeutschen Ballungszentren, jedoch außerhalb der Innenstädte. Metro Properties bringt zurzeit einzelne Märkte auf Vordermann. Diese Bauprojekte werden durch den aktuellen Verkaufsprozess nicht gestoppt. Zu einem gewissen Zeitpunkt sollen sie von den neuen Eigentümern übernommen werden. Zum Beispiel wird der real-Markt in Aschaffenburg seit Januar 2018 neu umgebaut. Im zweiten Halbjahr 2019 soll dieser dann eröffnen. Konzernchef Koch betont, dass real an einem Stück verkauft werden soll und keine Teilangebote berücksichtigt werden. Genaue Verkaufspreisvorstellungen wurden noch nicht genannt. Bisher gibt es Meldungen über ein Interesse von Kaufland, Edeka und Globus. Jedoch wollte keiner der Genannten alle Märkte auf einmal übernehmen. Die Lösung dieses Problems könnte darin bestehen, dass ein Investor das Gesamtpaket kauft und dann zerschlägt. Das könnte noch einem weiteren Problem aus dem Weg gehen. Als 2014 die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann verkauft wurde, schaltete sich die Monopolkommission und dann das Kartellamt in den Verkauf ein. Zwar konnte man sich nach jahrelangem juristischen Hin und Her einigen, doch haben sicherlich alle beteiligten Parteien ein Interesse daran, solchen Hindernissen beim real-Deal von vornherein aus dem Weg zu gehen.