Mere zieht sich vermehrt aus Westeuropa zurück

03. Juni 2022 - Mere zieht sich scheinbar wieder aus Deutschland zurück.

Quelle: TS Markt GmbH/Wikimedia Commons

Der russische Hartdiscounter hat erst kürzlich sein Filialnetz hierzulande von neun auf nur noch vier Standorte verkleinert. Die übrig gebliebenen Märkte konzentrieren sich vor allem auf die Region des Stammsitzes in Leipzig. Die Läden in Westdeutschland wurden bereits zum Jahreswechsel geschlossen, da sich die einzelne Belieferung als zu aufwendig erwiesen hat. Seitdem die Ukraine-Krise eskaliert ist, wurden nun auch Märkte in Sachsen-Anhalt aufgegeben. 

Zwar sind noch keine öffentlichen Stellungnahmen von Mere zu der Verkleinerung des Filialnetzes mitgeteilt worden, dennoch scheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Belieferung aus dem Heimatmarkt zurzeit für viele Probleme sorgt. Einen großen Teil des Billig-Sortiments importiert Mere aus Russland. Die aktuellen Sanktionen gegen das Land können unter Umständen dabei beitragen, dass es zu Problemen mit regelmäßiger Warenversorgung kommt. Beispielsweise muss der Mere-Markt in Leipzig regelmäßig mit sichtlich ausgedünntem Sortiment zurechtkommen. Auf den rund 800 m² Verkaufsfläche werden lediglich 250 Artikel angeboten.

Während sich der Händler in Westeuropa zusehends zurückzieht, läuft das Geschäft im russischen Heimatmarkt gut. Mittlerweile werden mehr als 1.700 Standorte betrieben und der Umsatz wird jährlich um etwa ein Drittel gesteigert. Das Unternehmen ist familiengeführt und hat seinen Hauptsitz in der sibirischen Stadt Krasnojarsk. Laut dem Marktforscher Infoline soll Svetofor (Name des russischen Mutterkonzerns) mittlerweile die Nummer fünf im russischen Lebensmittelhandel sein.