Marktkauf-Umflagung bei Edeka Südwest

17. April 2026 - Der Trend in der Edeka-Region Südwest geht klar in Richtung Abbau des Großflächenformats Marktkauf. Die Vertriebsschiene Marktkauf wird faktisch nicht mehr genutzt; einzelne Kaufleute setzen den Weg zum E-Center fort und flaggen schrittweise um. Im laufenden Jahr wechseln bereits drei Marktkauf-Häuser auf das E-Center-Format, weitere Umstellungen folgen nach und nach. Ausgenommen bleiben lediglich vier Regie-Märkte, die unter bestimmten Voraussetzungen Marktkauf behalten könnten, sofern keine Privatisierung erfolgt. Branchenkreise berichten jedoch, dass eine Privatisierung dieser Regie-Märkte verfolgt wird, wodurch der Umstieg auf E-Center zu einer einheitlichen Strategie werden soll. Offizielle Stellungnahmen von Edeka Südwest lagen dazu zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor.

Quelle: EDEKA/verbund.edeka

Auch Beobachter der Branche sehen die Vertriebsstruktur Marktkauf in der Region Südwest weitgehend überholt. Die Umflagung der Standorte auf E-Center ist der aktuelle Schwerpunkt; eine flächendeckende Umstellung steht noch aus, weil viele Händler Objekte im Zuge von Modernisierungen anpassen. Die Real-Übernahmen bedeuteten vielfach Flächen, die noch nicht dem Edeka-Standard entsprachen, weshalb die großen Areale zunächst unter dem Marktkauf-Banner betrieben wurden.

Eine Umwidmung auf E-Center verspricht eine effizientere Nutzung der Fläche. Zwar verzeichnen Marktkauf-Häuser weiterhin Umsatz- und Kundenwachstum, doch insgesamt stimmen die Kennzahlen im derzeit schwierigen Marktumfeld nicht mehr mit den ursprünglichen Erwartungen überein. Die Idee, Marktkauf im Zuge der Real-Übernahmen als eigenständiges Großflächenformat zu etablieren, scheint für die Region nicht mehr tragfähig zu sein. In Kaiserslautern musste sogar eines der Regie-Marktkauf- bzw. Real-Häuser aufgrund der Umstrukturierung geschlossen werden.

Derzeit sind laut Unternehmensseite neun Marktkauf-Häuser im Südwesten unter der Führung von Edeka-Kaufleuten aktiv, drei davon werden von der Familie Scheck betrieben. Uwe Kohler, als Leiter der Region Südwest an der Zentralführung, hat sich in der jüngeren Vergangenheit der Umflagung angeschlossen. Seine Freiburger Marktkauf-Fläche, vormals Real, trägt seit Ende Januar das Signet E-Center; dieser Schritt harmonisiert die Region unter einem gemeinsamen Markenbild. Gleichzeitig eröffnete die Familie Scheck kürzlich in Gundelfingen ein weiteres E-Center.

Auch andere Familienbetriebe prüfen aktuell Umstrukturierungen. So plant Rocco Capurso den Umstieg von zwei Marktkauf-Flächen in diesem Jahr: Zunächst in Filderstadt auf E-Center, danach soll Schorndorf nach Umbau folgen. Ebenso erwägt die Familie Stenger in Aschaffenburg eine Modernisierung und Umwidmung ihres Marktkauf-Hauses.

Durch die Vereinheitlichung der Großflächen-Vertriebswege erhofft sich die Großhandlung weniger Komplexität und geringeren Werbeaufwand. Die Marktkauf-Preisstruktur wurde zu Jahresbeginn bereits angepasst: Regalpreise sowie Rabatte in Print- und Werbemitteln der Marktkauf-Häuser orientieren sich künftig stärker an den Preisen der E-Center.

Als Begründung für den Schritt wird von Insidern angeführt, dass sich die Käuferschaft bei Marktkauf gewandelt habe: weg vom preisgetriebenen Real-Kunden hin zu Kunden mit stärkerem Qualitätsbewusstsein. Unterschiedliche Preisgestaltungen hätten interne Abläufe sowie das Verständnis am Regal unnötig verkompliziert.

Im Vergleich zu anderen Regionen, insbesondere Rhein-Ruhr, ist Marktkauf in Süddeutschland insgesamt weniger bekannt. Diese Diskrepanz war auch Anlass dafür, dass Bayern bereits 2021 neun Marktkauf-Flächen auf das E-Center-Konzept umstellte. Die Südwest-Strategie folgt damit einer similaren Entwicklung: Bündelung der Markenauftritte, bessere Kostenkontrolle und abgestimmte Preiskommunikation gegenüber der Kundschaft.