Die internationale Bilanz des Lebensmitteldiscounters Lidl zeigt für das Geschäftsjahr 2024/25 ein deutliches Plus. Der zum Schwarz-Konzern gehörende Händler konnte seine Ertragskraft spürbar steigern und erzielte den höchsten Gewinn seiner Unternehmensgeschichte. Besonders die Landesgesellschaften in Italien und Großbritannien trugen mit überdurchschnittlichen Ergebnissen maßgeblich zu dieser Entwicklung bei.
Nach aktuellen Angaben der Lidl-Stiftung belief sich der Konzerngewinn nach Steuern auf rund 2,3 Milliarden Euro. Da nicht alle Länder – insbesondere Deutschland und Frankreich – in der veröffentlichten Bilanz vollständig enthalten sind, dürfte der tatsächliche Gesamtgewinn des Discounters noch höher ausfallen. Insgesamt flossen die Ergebnisse aus 29 internationalen Lidl-Märkten in die konsolidierte Bilanz ein, was rund 72 Prozent des von der Schwarz-Gruppe ausgewiesenen Lidl-Gesamtumsatzes von 132,1 Milliarden Euro entspricht.
In mehreren Auslandsmärkten erzielte Lidl dabei überdurchschnittlich gute Ergebnisse. In Großbritannien erwirtschaftete die Landesgesellschaft bei einem Umsatz von umgerechnet 13,4 Milliarden Euro einen Vorsteuergewinn von rund 180 Millionen Euro. Besonders erfolgreich war Lidl Italia, das nach Steuern knapp 250 Millionen Euro verdiente. Zum Vergleich: Der Umsatz des italienischen Geschäfts liegt bei etwa einem Viertel des deutschen Umsatzes, der laut EHI-Schätzungen rund 30,4 Milliarden Euro beträgt.
Trotz weiterhin anspruchsvoller Rahmenbedingungen auf den internationalen Märkten konnte der Discounter sein Ergebnis deutlich verbessern. Der Umsatz stieg um 6,9 Prozent auf 94,7 Milliarden Euro, während der Materialaufwand – also vor allem die Wareneinkaufskosten – langsamer zunahm. Dies führte zu einem höheren Deckungsbeitrag, der allerdings teilweise durch gestiegene Personalkosten aufgezehrt wurde. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern belief sich auf 4,0 Milliarden Euro. Da die Zinsbelastung im Vergleich zum Vorjahr kaum zunahm, erhöhte sich der Jahresüberschuss um 21,7 Prozent auf die genannten 2,3 Milliarden Euro. Die Nettoertragsquote von 2,4 Prozent gilt im europäischen Einzelhandel weiterhin als herausragend.
Lidl nutzte das erfolgreiche Jahr zudem, um seine Verschuldung zu reduzieren. Die Bankschulden wurden um rund 1,9 Milliarden Euro auf 11,5 Milliarden Euro zurückgeführt. Gleichzeitig stiegen die Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten um einen ähnlichen Betrag auf 9,2 Milliarden Euro, was auf eine gestiegene Warenfinanzierung durch Partner hinweist.
Investitionsseitig blieb das Unternehmen zurückhaltend: Im Konsolidierungskreis der Stiftung beliefen sich die Investitionen auf 3,8 Milliarden Euro, ein Plus von rund zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rund 2,4 Milliarden Euro davon flossen in den Ausbau und die Modernisierung von Immobilien. Darüber hinaus investierte der Konzern weiter in seine eigene Logistikflotte und erweiterte den Unternehmensverbund im Februar um vier neue Tailwind-Gesellschaften. Neue Märkte wie Nordmazedonien und Bosnien stehen zudem kurz vor dem Markteintritt, was weitere Investitionen erforderlich macht. Durch diese fortschreitende Internationalisierung will Lidl die Abhängigkeit von einzelnen Ländern weiter verringern.
Inhaltlich verfolgt der Discounter in allen bestehenden Märkten eine ähnliche strategische Ausrichtung: Das Sortiment soll verstärkt regionale Produkte einbeziehen und noch stärker auf Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und Gesundheitsaspekte ausgerichtet werden. Ziel bleibt es, das Markenversprechen von hoher Qualität zu günstigen Preisen weiter auszubauen und gleichzeitig den wachsenden Kundenanforderungen in unterschiedlichen Ländern gerecht zu werden.
Mit diesen Ergebnissen übertrifft Lidl im zweiten Jahr in Folge sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die eigenen Prognosen – ein Beleg für die anhaltend starke Marktposition des Discounters im internationalen Einzelhandel.
