Lidl Ungarn profitabel auf Wachstumskurs trotz regulatorischer Hürden und Energiemangel

07.08.2026 - Der Handelsriese Lidl setzt in Ungarn sein solides Wachstum fort, obwohl das Unternehmen mit einer zugesetzten Sondersteuer sowie regulatorischen Hemmnissen konfrontiert ist. Im Geschäftsjahr 2025/26 konnte der Discounter den Umsatz um rund 12 Prozent erhöhen und beläuft sich auf rund 1.485 Milliarden ungarische Forint (ca. 4,1 Milliarden Euro). Trotz einer erhobenen Sonderabgabe von 4,5 Prozent, die dem Unternehmen zuletzt ungefähr 60 Milliarden Forint kostete, gelang es Lidl, eine Nettoverschmelzung von ca. 34,6 Milliarden Forint zu erreichen. Daraus ergibt sich eine Rendite von knapp 2,3 Prozent für das Jahr.

Quelle: FIM Unternehmensgruppe

Die Landesgeschäftsführerin Zita Szlavikovics betonte gegenüber der LZ, dass die Ergebnisse des Jahres 2025 die Kraft eines gut eingespielten Teams demonstrieren. Für Szlavikovics bedeuten die erzielten Fortschritte nicht nur eine bessere Marge, sondern auch eine Reduzierung der Materialkosten sowie eine Minimierung von Verschwendung – Faktoren, die wesentlich zum positiven Jahresabschluss beigetragen hätten. Sie hob hervor, dass ein bereichsübergreifendes Zusammenarbeiten entscheidend gewesen sei.

Die Expansion vor Ort wird durch gesetzliche Vorgaben der derzeitigen ungarischen Regierung eingeschränkt, wodurch das Wachstum außerhalb der bestehenden Filialstandorte von rund 200 Filialen in der Praxis langsamer verläuft als möglich. Laut Aussagen der Lidl-Geschäftsführung besteht dennoch sichtbares Potenzial für mindestens 55 zusätzliche Standorte, sofern sich die Rahmenbedingungen künftig verbessern.

Gleichzeitig beeinträchtigt eine anhaltende Stromknappheit das operative Geschäft spürbar. Aufgrund von Wassermangels im Flusslauf der Donau musste ein Kernkraftwerk zeitweise abgeschaltet werden. Dies hat konkrete Folgen für den Filialbetrieb: Ab 17 Uhr wird kein Brot mehr gebacken, die E-Ladeinfrastruktur für Kundenfahrzeuge ist außer Betrieb, und gekühlte Getränke stehen vorübergehend nicht zur Verfügung. Zudem bleibt die Schaufensterwerbung vorübergehend dunkel. Szlavikovics informierte darüber, dass auch Personal aus der Zentrale zeitweise ins Homeoffice wechselte. Die Maßnahme gilt zunächst bis einschließlich Sonntag.