Lidl treibt Expansion in Frankreich voran

02. Oktober 2025 - Der Discounter Lidl forciert seine Wachstumsstrategie in Frankreich und hat sich ambitionierte Ziele gesetzt: Bis spätestens 2030 möchte das Unternehmen einen Marktanteil von 10 Prozent erreichen. Aktuell liegt dieser laut Daten von Worldpanel bei 7,9 Prozent.

Quelle: K. Mitch Hodge/unsplash.com

Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass Lidl in Frankreich wieder deutlich an Fahrt aufnimmt. Seit Anfang des laufenden Geschäftsjahres konnte der Discounter die Kundenzahl um 4 Prozent steigern. In der Folge wuchs auch die abgesetzte Warenmenge – konkret um 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Diese positive Entwicklung wurde vom Unternehmen gegenüber der französischen Fachzeitschrift LSA bestätigt.

Ein wichtiger Treiber dieses Aufschwungs ist das neu aufgestellte Management. Seit Sommer 2024 steht John Paul Scally an der Spitze der französischen Lidl-Gesellschaft. Der erfahrene Manager wurde mit dem klaren Auftrag geholt, die in den Vorjahren rückläufigen Geschäftszahlen zu stabilisieren und die Profitabilität wiederherzustellen. Erste Erfolge seiner Strategie sind nun messbar.

Im Kampf um Marktanteile setzt Lidl in Frankreich zunehmend auf eine aggressive Preispolitik. Seit August 2025 senkt der Händler regelmäßig die Preise ausgewählter Produkte, um das Preisimage zu verbessern. Hintergrund dieser Maßnahme ist die Wahrnehmung, dass das Unternehmen während der Phase stark steigender Lebensmittelpreise an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt hatte.

Auch im Bereich Expansion verfolgt Lidl einen konsequenten Wachstumspfad. Ein bedeutender Schritt nach vorn war die Genehmigung durch die Kartellbehörden zur Übernahme von 19 ehemaligen Standorten der französischen Handelskette Auchan. Diese Flächen werden nun in das bestehende Filialnetz integriert und erweitern die Präsenz des Discounters im Land deutlich.

Parallel dazu plant Lidl auch weiterhin die Eröffnung neuer eigener Standorte. Mittelfristig soll das Filialnetz auf rund 2.000 Märkte ausgebaut werden – ein Plus von etwa 350 Standorten gegenüber dem aktuellen Bestand. Im Geschäftsjahr 2024/25 betrieb Lidl rund 1.630 Filialen in Frankreich und erwirtschaftete dabei einen Umsatz von 15,9 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von etwa 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Sollte sich der aktuelle Wachstumstrend fortsetzen, rechnet das Unternehmen jedoch mit einer Rückkehr in die Gewinnzone.

Während Lidl die Schlagzahl erhöht, arbeitet auch Wettbewerber Aldi weiter daran, seine Position auf dem französischen Markt zu stärken. Zwar ist Aldi Frankreich in Bezug auf den Gesamtumsatz noch deutlich kleiner als Lidl, doch auch hier sind Fortschritte erkennbar. Die Kette profitiert von ihrer laufenden Expansion und der Modernisierung zahlreicher Filialen. Seit Jahresbeginn wurden rund 35 neue Aldi-Märkte eröffnet, wobei etwa die Hälfte auf Standortverlagerungen oder Vergrößerungen entfällt.

Trotz allgemein sinkender durchschnittlicher Einkaufsbons – ein Trend, der im gesamten Lebensmitteleinzelhandel zu beobachten ist – konnte Aldi im August laut NielsenIQ seine Marktposition spürbar verbessern.