Parkside, die Heimwerker-Eigenmarke von Lidl, bildet dabei den ersten Schritt dieses Konzeptes. In vielen Filialen wird diese Marke bereits hervorgehoben und bekommt eine prominente Platzierung. Bisher folgte das Sortiment einer unübersichtlichen Struktur, die auf Wochenwerbung und Abverkauf basierte. Doch Benjamin Steeb, der zuständige Einkaufs-Bereichsvorstand, verfolgt eine langfristige Strategie, bei der auch andere Kategorien klar zugeordnet und systematisch präsentiert werden sollen. Seit dem vergangenen Sommer steht fest, dass der Einkaufsbereich von Lidl entsprechend umstrukturiert wurde, um das Konzept weiter voranzutreiben.
In der Testfiliale wurden nun erstmals die neuen Bedürfniswelten umgesetzt. Dazu zählen Kategorien wie Sport & Lifestyle, Mode, Kinderwelt, Küche & Haushalt sowie Wohnen & Einrichten. Noch sind hier keine spezifischen Marken wie bei Parkside integriert, vielmehr steht die thematische Gruppierung der Produkte im Vordergrund. Das Farbkonzept zieht sich durch die Regale und sorgt für eine visuelle Trennung der unterschiedlichen Produktbereiche.
Das neue Konzept nimmt in der Testfiliale rund 64 laufende Regalmeter ein – ein erheblicher Platzbedarf, der in kleineren Filialen zu Engpässen führen könnte. Der Nonfood-Bereich von Lidl trägt in Deutschland derzeit nur zu einem kleinen Teil zum Umsatz bei, was die Frage aufwirft, ob die Einführung dieser neuen Struktur in allen Filialen wirtschaftlich sinnvoll ist.
Einige Insider äußern Bedenken, dass die hohen Umbaukosten und die damit verbundenen Veränderungen das Filialbild stören könnten, falls das Konzept auf alle Filialen ausgeweitet wird. Dennoch gehen Beobachter davon aus, dass Lidl das Konzept zunächst schrittweise anpasst und in den kommenden Monaten weiter optimiert, um die besten Ergebnisse zu erzielen.
Das Unternehmen plant, die Erkenntnisse aus der Testphase zu nutzen, um das Konzept weiterzuentwickeln und auf die Bedürfnisse der Kunden sowie die Gegebenheiten in den Filialen abzustimmen.
