Lidl setzt verstärkt auf Rentabilität und verzichtet auf Marktanteile

24.02.2023 - Der Discounter Lidl unter der Führung von Kenneth McGrath legt einen stärkeren Fokus auf Rentabilität, selbst wenn dies bedeutet, auf Wachstum und Marktanteile zu verzichten. Seit McGraths Amtsantritt vor etwa einem Jahr hat Lidl seine Strategie konsequent auf Rentabilität ausgerichtet. Zu Beginn betrug die Ebit-Rendite der Lidl-Stiftung 4,25 Prozent.

Quelle: K. Mitch Hodge/unsplash.com

Diese Rentabilitätsorientierung zeigt sich vor allem in Deutschland, wo der Umsatz voraussichtlich auf rund 27 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2022/23 steigen wird, ein Anstieg von etwa 2,5 Prozent. Lidl hat begonnen, seine Preispolitik anzupassen und ist nicht mehr so stark wie früher von den Preisen seines Konkurrenten Aldi abhängig.

Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Preisgestaltung von Milka-Schokolade, die Lidl zu einem höheren Preis als einige Wettbewerber anbietet. Auch bei Sonderangeboten hat Lidl seine Aktivitäten zurückgefahren, während andere Einzelhändler wie Edeka ihre Aktionen ausgebaut haben.

Lidl hat auch Maßnahmen ergriffen, um Kosten zu sparen, einschließlich der Reduzierung von Öffnungszeiten und einer vorsichtigen Warendisposition. Diese rentabilitätsorientierten Strategien haben dazu geführt, dass Lidl möglicherweise nicht das stärkste Wachstum unter den Discountern verzeichnet. Trotzdem bleibt Lidl konsequent in seiner Rentabilitätsstrategie und verzichtet gegebenenfalls auf kurzfristige Marktanteilsgewinne.

Dieser harte Renditekurs zeigt sich auch im Ausland, wo Lidl in den USA kürzlich Hunderte von Mitarbeitern entlassen hat, um die Ergebnisse zu verbessern. Obwohl dieser Kurs kurzfristig Herausforderungen mit sich bringen mag, ist Lidl entschlossen, langfristig auf eine nachhaltige Rentabilität hinzuarbeiten, auch wenn dies bedeutet, vorübergehend auf Marktanteile zu verzichten.